Es ist soweit. Die Lindauer Turnhalle kann wieder genutzt werden. Der Kampf um den Erhalt des Objektes war erfolgreich, die Reparaturen konnten abgeschlossen werden.

Lindau l "Auf Grund dringend erforderlicher Reparaturmaßnahmen bleibt die Turnhalle Lindau ab sofort (12.12.2012) für den Schul- und Vereinssport gesperrt. Über die Aufhebung der Sperrung werden sie dann umgehend informiert." - Den Aushang des Landkreises Anhalt-Bitterfeld hatte der Lindauer Ortsbürgermeister Helmut Seidler am Sonnabend in der Hand, als er endlich verkünden konnte, dass die Turnhalle nun wieder nutzbar ist. "Zwei Jahre intensiver Arbeit, geistiger und materieller Tätigkeit und ein langer Erkenntnis- und Findungsprozess liegen hinter uns", so Seidler.

Für die eigentliche Reparaturmaßnahme in der Turnhalle war der Baubeginn erst im September diesen Jahres. "Bis dahin haben wir gebraucht, mit dem Landkreis einig zu werden", erklärte der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann. Er bat um Verständnis, dass die Stadt dem Erpressungsversuch wiederstanden habe. Der Landkreis hatte versucht, der Stadt die Turnhalle zu überlassen, wenn sie auch das ganze Drumherum, Gelände und Gebäude, dazu übernimmt. Da hätten dann allerdings noch mehr Kosten und Aufgaben dahinter gesteckt, die die Stadt sich nicht auf-drücken lassen wollte.

Es kam zur Einigung, dass der Landkreis zwar Eigentümer der Sporthalle bleibt, aber die Stadt alle Kosten, die jetzt und künftig entstehen werden, übernimmt. Rund 38000 Euro wurden schließlich in die Sporthalle investiert, nicht nur die Prallwände ringsum sollten erneuert werden, auch musste dafür gesorgt werden, dass in Nebenräumen sämtliche Sportgeräte unterkommen können. Die Refinanzierung der genannten Summe erfolgte aus dem Verkauf von Flächen in der Ortslage Lindau.

Schwer in Zahlen und Summen zu fassen sind allerdings die Eigenleistungen, die in die Wiederherrichtung der Turnhalle gesteckt wurden. Allein 200 Stunden seien durch Kräfte der Ortschaft eingebracht worden, so Helmut Seidler. Hinzu kommen die vielen Stunden der Sportfreunde, allen voran der Volleyballer der SG 1990 um Guido Müller. Auch örtliche Betriebe haben das Projekt unterstützt. Da wurde gemalert, geräumt, gesäubert etc.

Seidler dankte allen Helfern. Dem schloss sich Dittmann an: "Sonst wären wir weit über 50000 Euro gekommen." Ortschaftsrat und Stadtrat haben gut kooperiert, lobte Seidler. Von der Verwaltung wurde das Unternehmen bestens betreut. Dittmann sah das Ganze als "Gemeinschaftsaufgabe an, die wir gemeinsam gemeistert haben".

Doch die Turnhalle, die zwischenzeitlich bei manchem schon für den Sport in Lindau und Umgebung verloren geglaubt war, ist noch längst nicht in dem Zustand, der wünschenswert wäre. Die Heizung müsste im nächsten Jahr in Angriff genommen werden. Hier sei man schon im Gespräch mit den Stadwerken, so Dittmann. Der Fußboden muss noch ein wenig warten...

Wichtig ist, dass die Sportler - ob Volleyballer, die Fußballer im Winter, Tischtennis, Gymnastikgruppe oder Rückenschule - und die Grundschule die Halle jetzt wieder nutzen können. "Wir freuen uns, dass es nun soweit ist", sagte Schulleiterin Margitta Sens, die an die Aufregung denkt, damit die ganzen Geräte, Schwebebalken und Co., hinein passen können. Heute soll nun alles von der kleinen Turnhalle in die große geräumt werden. Künftig müssen die Grundschüler dann nicht mehr über die Straße zum Sportunterricht. Sie werden mehr Platz haben, sich zu bewegen. "Wir haben ganz viele sportbegeisterte Schüler, so Sens. Aber auch die Entdeckergruppe der Lindauer Kita wird wieder regelmäßig die Halle nutzen.

Die kleine Turnhalle wird aus der Schulnutzung herausgenommen, kündigte Bürgermeister Andreas Dittmann die weitere Verfahrensweise an. Die Versorgungsmedien - Heizung, Strom etc. - werden auf ein Minimum heruntergefahren, und man wird sich bemühen, einen Mieter oder Käufer für das Objekt zu finden.

Zur Wiedereinweihung der Turnhalle konnten die Landesklasse-Volleyballer der SG 1990 Magdeburger und Genthiner zum Spiel begrüßen. Der Vize-Präsident des Volleyball-Landesverbandes Michael Eisel war aus gegebenem Anlass zu Gast und wünschte der Heimmannschaft immer nur Siege in der wiedereröffneten Halle. Dem Verband sei es sehr daran gelegen, dass in vielen kleinen Oasen Volleyball gespielt wird.

Auch der Präsident des Kreissportbundes Anhalt-Bitterfeld, Wolfgang König, freute sich mit den Lindauern, dass die Sporthalle wieder zur Verfügung steht. Er verwies darauf, dass der Landkreis und die Stadt Zerbst zu den wenigen Oasen gehören, wo die Sportstätten den Vereinen noch kostenlos zur Nutzung zur Verfügung stehen.

Für einen kleinen Imbiss zur Wiedereinweihung hatte die Abteilung Volleyball gesorgt. Während sich die Gäste stärkten und austauschten, wurde am Netz kräftig geschmettert...

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