Zu einigen Irritationen kam es am Sonntagabend bei der Feuerwehr. Im gesamten Landkreis wurden die Feuerwehren um 19.30 alarmiert. Der Probealarm wurde anlässlich des 9. Novembers betätigt. Abgesprochen war das nicht.

Zerbst/Köthen l Kurz nach 19.30 Uhr hasteten etliche Mitglieder der Zerbster Feuerwehr zum Gerätehaus in Zerbst. Dort angekommen, blieben sie verwundert stehen. "Sie standen vor verschlossenen Toren", sagte Stadtwehrleiter Jürgen Dornblut. Eigentlich seien die Tore zum Zerbster Gerätehaus immer weit offen. "Die öffnen sich bei einer Alarmierung auomatisch", erzählte der Stadtwehrleiter weiter. "Es sei denn, es ist ein Probealarm."

Genau dem waren die Zerbster aufgesessen, wie wohl viele andere Feuerwehrleute im Landkreis auch. Dornblut erklärt: "Probealarm wird eigentlich immer an Donnerstagen um 18 Uhr gegeben. Dann werden alle Pieper kreisweit alarmiert." Auf dem Display sei dann auch deutlich "Probealarm" abzulesen. So auch Sonntag. "Aber das sieht sich eben nicht jeder an. Viele machen sich dann auf den Weg zum Gerätehaus ", so Dornblut. Schließlich müssen sie ja um diese Zeit mit einem ernsten Einsatz rechnen, ergänzte er. Zudem hatten auch die Sirenen in den Orten geheult.

Gestern Vormittag konnte Dornblut noch keine Aussagen treffen, warum der Probealarm ausgelöst wurde. Wenig später wusste zumindest Kreisbrandmeister Heiko Bergfeld Bescheid, verwies hörbar verstimmt an die Pressestelle des Landkreises. Das Gerücht, Landrat Uwe Schulze habe den Probealarm angeordnet, hatte schon am Sonntagabend die Runde gemacht.

Der befindet sich offiziell im Urlaub. Auf Volksstimme-Nachfrage sagte er: "Ich habe das angeordnet. Es ist dem Tag angemessen." Am Sonntag war der 9. November, Tag des Mauerfalls sowie Gedenktag der Reichspogromnacht 1938. Um 19.30 Uhr seien daher aus dem feierlichen Anlass die Sirenen im Kreis ertönt - und alle Pieper.

Der Landrat lenkte ein: "Ich bleibe dabei: Dem Tag ist das angemessen. Ich werde das auch wiederholen. Dann werde er das aber im Vorfeld mit allen Beteiligten besprechen, damit es keine Verwirrungen mehr gebe. Ich möchte mich bei allen Feuerwehrleuten entschuldigen, die zu ihrem Gerätehaus gefahren sind."