An den alten Konsum in Steutz erinnert seine sanierte Fassade. Das Objekt wurde nun feierlich eingeweiht.

Steutz l Bis 1928 stand ein Wohnhaus an der Ecke Roßlauer Straße/Akener Straße, wo es in Steutz bis Mitte der 1990-er Jahre noch Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs gab. Aber auch von dem alten Konsumgebäude, das 1930 gebaut wurde, ist nicht mehr viel übrig. Dass hier überhaupt noch etwas steht, ist Planer-kreativität und dem Mut der Steutzer zur Umsetzung zu verdanken.

Im Wettbewerb um das Dorf mit Zukunft bekam Steutz für den Landessieg 50000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung gestellt. Das Geld plus notwendige Eigenmittel sollten in die weitere Dorferneuerung - Verschönerung des Dorfbildes - gesteckt werden. Die Ruine des alten Konsum mit dem maroden Nebengebäude war schon lange ein Dorn im Auge, der beseitigt werden sollte. Das Grundstück konnte 2013 von der Ortschaft erworben werden.

"Der Architekt meinte, abreißen kann jeder", blickte Ortsbürgermeisterin Regina Frens auf die Ereignisse zurück. Die Idee, nur die Fassade stehen zu lassen und als Blickfang in der Baulücke zu sanieren, wurde zunächst heftig diskutiert. Viele waren skeptisch. Die Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem siegte jedoch, und es gab die Unterstützung der Stadtverwaltung bei der Umsetzung. Mit Streichungen und Kompromissen konnte das Projekt finanzierbar gemacht werden.

Nun erinnert die schmucke Fassade mit dem Konsum-Schriftzug an ein Stück Steutzer Geschichte. In den vergangenen Wochen wurde noch die Umfeldgestaltung vorgenommen. Man betritt die Grünfläche quasi durch den Eingang des alten Konsum.

Am vergangenen Sonnabend fand die symbolische Einweihung des Objektes statt. Ortsbürgermeisterin Regina Frens dankte allen, die das Vorhaben unterstützten und Anteil an der Realisierung des Projektes haben, auch den Mitgliedern des Vereins Ländliches Leben Steutz/Steckby, die die Wände zum Nachbargrundstück gestrichen haben. Hier will Gundel Schayka im Frühjahr noch ein Bild zur Steutzer Geschichte ergänzen.

Im Frühling soll es auf dem Gelände schon blühen - Tulpen und Narzissen sind bereits im Boden. Ein paar Sträucher zum Naschen ergänzen die Grünanlage und ein großer Baum. Der sollte eigentlich erst zur Einweihung gepflanzt werden, aber der Aufwand wäre zu groß gewesen. So war der Akt schon vollzogen. Den Baum des Jahres, eine Traubeneiche, spendierte die Familie Papenroth. Er möge groß und stattlich werden und Schatten spenden, so Kay-Uwe Papenroth, der in dem Baum auch eine Bindung zum Ort sieht, die hoffentlich noch in vielen Jahren besteht.

Vielleicht habe die Ortschaft auch bald noch etwas Geld, um die Anlage mit einer Bank zum Verweilen zu ergänzen, so Regina Frens. Die Ortsbürgermeisterin forderte dann Annelie Fielitz und Reina Liebisch auf, eine Tafel zur Geschichte des Objektes gleich neben der Eingangstür zu enthüllen. Die beiden Frauen waren die letzten, die in dem Konsum arbeiteten. 1972 hatte Annelie Fielitz die Verkaufsstellenleitung übernommen. Reina Liebisch war 25 Jahre lang Verkäuferin in dem Haus gewesen. "Ich hätte den Schlüssel aufheben sollen", meinte sie. Der hätte jetzt in einen Glaskasten gekonnt. Die Fassade "sieht gut aus", sind sich die beiden Frauen einig, obwohl auch sie anfangs skeptisch waren.

Am Konsum formierte sich schließlich ein Fackel- und Lampionumzug, der durch die Straßen bis zum Feuerplatz führte. Dort wurde das Herbstfeuer entzündet. Der Feuerwehrförderverein sorgte für das leibliche Wohl, und der Abend fand einen gemütlichen Ausklang.

   

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