Der Strompreis bleibt in der Stadt Zerbst und im Umland stabil. Das haben die Zerbster Stadtwerke auf Nachfrage mitgeteilt. Die Umlage für erneuerbare Energien sinke zwar, dafür steigen aber die Netzentgelte.

Von Katrin Wurm

Zerbst l Millionen Deutsche müssen im nächsten Jahr etwas weniger für ihren Strom bezahlen. Mehrere Versorger kündigen für 2015 Senkungen der Grundversorgungstarife an, wie zum Beispiel die Stadtwerke Magdeburg. Dort können Verbraucher im Durchschnitt neun Euro sparen. Verantwortlich für die Preissenkungen seien unter anderem die im Vergleich zum Vorjahr um rund zehn Prozent niedrigeren Beschaffungspreise an der Leipziger Strombörse.

Zudem sinkt zum 1. Januar die Umlage für erneuerbare Energien, welche die Versorger für jede verbrauchte Kilowattstunde ihrer Kunden an den jeweiligen Netzbetreiber abführen müssen.

Die Volksstimme hat bei Stromversorgung Zerbst GmbH und Co. KG, angesiedelt bei den Zerbster Stadtwerken, nachgefragt, ob auch die Haushalte in der Region ab dem neuen Jahr einen niedrigeren Beitrag zahlen müssen. "Der Strompreis bleibt für unsere Kunden stabil. Die EEG-Umlage sinkt zwar, aber um gerade mal 0,07 Cent je Kilowattstunde. Dafür steigten die Netzentgelte", begründet Jürgen Konratt, Geschäftsführer der Stadtwerke Zerbst.

In den vergangenen drei Jahren sei man gegen den Trend geschwommen und habe die Strompreise nicht erhöht. "Die meisten anderen Stromanbieter senken - nach teils erheblichen Erhöhungen in den letzten Jahren - zum 1. Januar die Preise. Und weil wir die vergangenen Jahre nicht erhöht haben, können wir - trotz des guten Preises an der Strombörse - die Preise nicht senken", erklärt Konratt. Er geht davon aus, dass die EEG-Umlage in den nächsten Jahren wieder steigen wird. "Von 2013 auf 2014 gab es auch eine Erhöhung um einen Prozent", sagt er.

Außerdem geht er von einer Erhöhung der Offshore-Umlage aus. Die Offshore-Haftungsumlage ist seit dem 1. Januar 2013 ein neuer Bestandteil des Strompreises für Endverbraucher von Strom. Mit der Umlage übernehmen die Verbraucher zu einem großen Teil Schadensersatzkosten, die durch verspäteten Anschluss von Offshore-Windparks an das Übertragungsnetz an Land oder durch langdauernde Netzunterbrechungen entstehen können.

In den vergangenen Jahren habe man immer versucht, diese Schwankungen nicht an den Verbraucher weiterzugeben. "Ob wir weiterhin stabile Preise sichern könne, kann ich nicht versprechen. Aber für den Moment steht keine Steigerung an", versichert Konratt und sagte weiter: "Wie es dann 2016 weiter geht, kann ich jetzt noch nicht prognostizieren."

Zwischen Januar 2000 und August 2014 haben sich die Strompreise für private Haushalte im Bundesdurchschnitt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nahezu verdoppelt.

Die Stromversorgung Zerbst GmbH und Co. KG gehört zu den Stadtwerken Zerbst und hat in der Stadt rund 7000 und im Zerbster Umland um die 500 Kunden.