Die Narrenzeit ist seit Sonnabend in Zerbst ganz offiziell eröffnet. Bürgermeister Andreas Dittmann übergab den Rathausschlüssel an die Narren. Allerdings nicht ohne die Jecken noch einmal herauszufordern.

Zerbst l Pünktlich um zehn Uhr setzte sich der Narrentross des Carnevalclubs Zerbst (CCZ) am Markt in Bewegung. Angeführt wurden die Jecken dieses Mal von ihrer Lieblichkeit Prinzessin Helen I. und seiner Tollität Ole I., dem Kinderprinzenpaar. Denn zum ersten Mal in 37 Jahren fehlte zur Schlüsselübergabe das Hoheitspaar. Nachdem die Senatoren vor dem Vereinslokal "Gildehaus" ihre Orden bekommen haben, rief dann Präsident Dietmar Mücke am Rathaus in seiner Bütt: "Oder findet sich wer in den Massen, wir würden uns nicht lumpen lassen!"

Währenddessen war das kleine Prinzenpaar eine sehr würdige Vertretung für das große und übernahm alle Aufgaben. Amüsiert hörten die beiden Tollitäten die Bütt des Vorstandsvorsitzenden, der zur neuen Session unter dem Motto "Schlosstribüne, Stradtrat`s Werk - nun exclusiver Rodelberg!" den Schlüssel und die Kasse von Bürgermeister Andreas Dittmann forderte. Den Umbau der Schlosstribüne haben sich die Narren zum Motto gemacht. "Sitzen kannst du da nicht mehr richtig, aber das ist auch nicht mehr so wichtig, wir warten jetzt auf die ersten Schneeflocken, die Rodler auf die Schlosstribüne locken", witzelte der Präsident.

Dann erklang Dittmanns Stimme und gebannt richteten sich die Augen der Gäste auf das Rathaustor. Wie der Bürgermeister in jedem Jahr auftritt, ist immer ein Höhepunkt bei der Übergabe. Mit Skihelm, Winterkleidung und einem Schlitten trat er unter großem Applaus vor die Rathaustüre. Wegen des Mottos wolle er nun mit den Narren "verbal Schlitten fahren" und hob zu seiner Bütt an. Sicher um die drei Meter war seine Schriftrolle lang, die er nach und nach verlas und viele Seitenhiebe unter anderem auf die Trinkfestigkeit der Narren verlauten ließ. Dann forderte er die Narren zu einer Schneeballschlacht heraus. Die sollten alle Büchsen, die zu deren Ärgernis auch noch ihre Konterfeis trugen, vom Tisch werfen. Zudem stellte sich heraus, dass die Bälle viel zu leicht und die Büchsen mit Sand gefüllt waren. Mit etwas Hilfe schafften es die Narren schließlich doch und der Bürgermeister übergab Schlüssel und Kasse an die beiden Nachwuchstollitäten, die so viel Humor und närrische Vorbereitung mit einem Orden für den Bürgermeister belohnten. Karten für die Sitzungen ab dem 24. Januar gibt es unter (03923) 23 51.

   

Bilder