Beim gestrigen Fischen in der Nuthe bei Zerbst fingen die Mitarbeiter des Binnenfischerei-Instituts Potsdam eine Meeresforelle. Der Fisch ist der dritte Rückkehrer in dieser Saison, welchen die Forscher untersuchen konnten.

Zerbst l "So langsam wird es langweilig", sagte Robert Frenzel, Mitarbeiter des Instituts für Binnenfischerei, gestern bei der Kontrollfahrt. Er und sein Kollege Jens Windheuser fuhren mit einem Boot die Nuthe ab, von Strinum den Strom herab bis nach Kämeritz. Sie suchten nach Rückkehrern der Meeresforellen und Lachse, welche seit 2009 in dem Fluss ausgesetzt werden. Bis zur Hälfte der rund zehn Kilometer langen Fahrt, bei der die Mitarbeiter versuchten, mit einem niedrigen Strom die Fische zu betäuben und zum Untersuchen einzusammeln, hatten die beiden kein Glück. Kurz vor Hohenlepte konnten sie dann eine Meeresforelle einsammeln. Erwartet hatten sie mehr. "Es ist insgesamt der dritte Fisch seit Anfang Oktober, den wir hier protokollieren können", berichtete Frenzel. Einen Lachs und eine Meeresforelle haben sie schon untersuchen können.

Insgesamt sei das weniger als erwartet. "Es deckt sich aber mit den Beobachtungen, welche wir bei der Ansiedlung der Fische in der Jeetze machen", erzählte der Fischereiexperte.

Dabei hatten sie auch eine kleine, frühe Welle der Fische feststellen können und haben dann mehrere Wochen nichts gefischt. Den Grund können die Fachleute nur mutmaßen. "Das Wasser steht zu niedrig und es ist vielleicht immer noch zu warm", gab Frenzel mögliche Gründe an.

"Wir werden aber noch vor Weihnachten unsere 20 Fische fangen", war er sich sicher. Die werden dann genau so untersucht und katalogisiert wie die Meeresforelle gestern.

Das Tier wurde gemessen und gewogen. Bei 50 Zentimetern Länge wog es 1,4 Kilogramm. Das Weibchen war voller Rogen. Auch wenn die Fischforscher sehr behutsam vorgingen, verlor das Tier einige Eier.

"Stress", kommentierte Kurt Zebisch. Der Zerbster Angler begleitete gemeinsam mit Reinhard Möhring die Institutsmitarbeiter zu Land und fuhr ihnen mit deren Auto den Fluss entlang nach. Nachdem das Tier mit einer Nummer versehen worden war, setzten die Mitarbeiter es wieder in den Fluss. Unbeschadet schwamm die Meeresforelle zurück - flussaufwärts.

   

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