Der begonnene Baumschnitt in der Loburger Dammstraße erregt die Gemüter. Die stattlichen Linden sind im Zuge einer Maßnahme deutlich eingekürzt worden, zwei fielen ganz. Die Meinungen zu der Aktion gehen auseinander.

Loburg l Entsetzt und enttäuscht zeigte sich Dr. Christoph Kaatz. Entsetzt deshalb, weil die Bauhofmitarbeiter viel zu viel Holz weggeschnitten haben sollen und enttäuscht, weil der "Ökologische Beirat" von Loburg nicht in die Aktion mit einbezogen wurde: "Wenn man uns nicht mehr braucht, dann lösen wir uns eben auf", so der sichtlich unzufriedene Grünen-Politiker und Storchenhof-Vorsitzende.

Nur in Loburg gibt es diese aus drei Ehrenamtlichen bestehende Institution, die bei natur- und umweltfachlichen Fragen in Entscheidungen des Ortschaftsrates mit einbezogen werden soll. Im Jahr 2013 war unter Einbeziehung des Ökologischen Beirates über ein umfassendes Konzept beraten worden, das eine zeitlich abgestimmte Fällung und Neubepflanzung der Dammstraße vorsah. Das Konzept war auf die kommenden 15 Jahre ausgerichtet und sah eine sukzessive Verjüngung mit abgestimmter Neupflanzung vor. "Damit waren damals alle einverstanden. Warum also jetzt diese Verstümmelungsaktion?", fragte Kaatz. Er und auch einige Anwohner äußerten deutliche Zweifel an der Professionalität der Maßnahme.

Auch Loburgs Ortsbürgermeister Bernd Wünschmann sprach von dem Anblick, der sich in der Dammstraße bietet, als "gewöhnungsbedürftig", verwies aber auf Schäden, die zwei Bäume an Häusern angerichtet haben sollen. Ein Baum habe sowieso auf der Fäll-Liste des besagten Konzeptes gestanden. In den vergangenen 30 Jahren habe man den Pflegeschnitt zu sehr vernachlässigt. "Jetzt müssen wir sehen, was auch ohne Geld schon jetzt machbar ist."

Ortschef Wünschmann nannte als einen Grund für das beschleunigte Verfahren die Tatsache, dass die Hebebühne nun einmal da gewesen sei. Bei der Maßnahme habe man dann zahlreiche Fäulnis in anderen Bäumen an der Straße entdeckt. Er sei davon ausgegangen, dass der Ökologische Beirat informiert worden sei.

In der Bürgerfragestunde regte Ludwig Schumann an, abschließend von Experten zu prüfen, ob die Maßnahme fachgerecht durchgeführt worden sei.

In jüngerer Vergangenheit war in der Einheitsgemeinde Möckern mehrfach Kritik an den Baumpflegeschnitten geäußert werden. Vielen geht der Rückschnitt an den großen Bäumen zu weit. Die Gegenargumente der Verwaltung: Jahrelang sei in dieser Hinsicht nichts gemacht worden, nun müsse auch aus Gründen der Gefahrenabwehr gehandelt werden. Eigens für diesen Arbeitsbereich des Bauhofes hatte man sich einen in Magdeburgerforth ausgebildeten Forstexperten ins Team geholt.

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