Deetz l Grüne Berufe standen beim Auftaktwochenende im Blickfeld. "Auf den Dörfern ist die Berufsfindung schwieriger als in großen Städten", sagt Betreuerin Ramona Dziubek. Der Fokus auf die Landwirtschaft ist daher ein Versuch, den Kindern näher zu bringen, wo ihr Essen überhaupt herkommt.

Los ging es deshalb in der Milchviehanlage in Deetz. "Ich fand das sehr interessant und wir haben viel erfahren", erklärt Leonie Wenzel. Die 9-Jährige fand besonders spannend, das die Milchwirte alles im Blick behalten müssen, um bei einem Melkauftrag direkt reagieren zu können. Ihr Traumberuf ist die Arbeit in der Milchviehanlage nicht, vorstellen kann sie es sich aber.

Der nächste Beruf, der vorgestellt wurde, war da schon eher nach dem Geschmack des Mädchens. Pferdewirtin - das interessiert auch Leonies Freundin Laura Nitt. Die 11-Jährige sagt: "Ich reite selbst, da wäre das doch was für mich. Pferde machen Spaß."

Der Traumberuf der beiden Mädchen, nämlich Kindergärtnerin, wurde am Wochenende allerdings nicht vorgestellt. "Das kann aber noch kommen", erklärt Ramona Dziubek und weiter, "unsere Kinder sind unsere Zukunft und da müssen wir einfach was tun."

"Unsere Kinder sind unsere Zukunft und da müssen wir einfach was tun."
- Ramona Dziubek, Betreuerin

Das Wochenende soll deshalb nur der Anfang einer Reihe von Veranstaltungen zur Berufsfindung sein. Das Problem sei, dass die Kinder häufig gar nicht wissen würden, was sie werden wollen. "Da bieten wir ihnen hier einfach eine praktische Lebenshilfe", so Dziubek. Die teilnehmenden Mädchen haben da schon ihre Vorstellungen, welche Berufe sie gerne kennenlernen würden. Neben Kindergärtnerin würden sie auch etwas über die Berufe Tierarzt, Koch und sogar Altenpfleger wissen.

"Früher haben wir in den Ferien gearbeitet und so verschiedene Berufe kennengelernt", erzählt Ramona Dziubek den teilnehmenden Kindern. Heute sei das schwieriger. Umso besser, dass das Projekt des Jugendclubs vom Landkreis Anhalt-Bitterfeld gefördert wird. Zunächst steht es aber nur den Kindern offen, die regelmäßig im Jugendclub sind. "Es ist aber natürlich auch denkbar, das für die Kinder zu machen, die auf dem Jugendbauernhof ihre Ferien verbringen", erklärt Dziubek. Denn selbst wenn die Kinder aus der Umgebung kommen, Teil des Berufsfindungswochenendes ist es auch, auf dem Jugendbauernhof zu schlafen.

So standen auch abends noch Projekte an. Am Sonnabend zum Beispiel "Rund um die Milch", bei dem die Kinder unter dem Mikroskop schauen konnten, welche Bestandteile Milch hat. Am Sonntag besuchten die Kinder dann noch die Teichwirtschaft in Deetz, um auf dem Hof dort etwas über den Beruf der Fischzüchterin zu lernen.

Für Laura Nitt hat das einige Vorteile: "Ich wollte unbedingt mal auf den Bauernhof und etwas lernen. Das kann ich schließlich auch in der Schule gut gebrauchen." Der Spaß durfte aber nicht fehlen. So war neben dem Berufsbild der Pferdewirtin für Laura auch ganz entscheidend: "Ich durfte das Pferd zwölf Runden lang rumführen, das war ganz toll!"