In der Gemarkung Polenzko sollen Waldwege an den Forstbetrieb Anhalt verkauft werden. Das sorgte bereits im Vorfeld für viele Diskussionen beim Ortschaftsrat.

Polenzko/Bärenthoren l Jetzt erklärte Heike Krüger, Leiterin des Bau- und Liegenschafts-amtes, das weitere Vorgehen. "Die Wege sind in den Messtischblättern von 1936 festgelegt worden. Somit gelten diese nach Recht der ehemaligen DDR und der Bundesrepublik als öffentlich gewidmet", sagte sie. Dieser öffentlich-rechtliche Charakter muss jetzt entzogen werden. Zur Beruhigung führte Heike Krüger an, dass es sich ja nicht mehr um Verbindungswege wie in damaliger Zeit, sondern um Waldwege handele. Für diese würde das Feld- und Forstordnungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt regeln, wie Waldwege begangen und befahren werden dürfen. Für das Befahren mit Fahrzeugen müssten Regelungen mit dem Forstbetrieb getroffen werden.

"Die Bevölkerung nutzt die Wege als Verbindungsstrecke", sagte Ruth Buchmann. In einer sehr emotionalen Rede machte sie daraufhin aufmerksam auf die Probleme, die es bei anderen Verkäufen der Waldwege gegeben hätte. So wurden im Bereich Dobritz Schranken auf den Waldwegen errichtet. "Ich unterstelle, dass dort später ein Betreten-Verboten-Schild stehen wird", äußerte Buchmann ihre Befürchtungen. Letztendlich sei man aber machtlos. "Wir befinden uns auf dem Weg, für ein Unternehmen eine Privilegierung vorzunehmen, die wir in diesem Land nicht mehr haben wollten", sagte sie weiter.

Christian Nels machte sich weiterhin Sorgen um die Befahrbarkeit des Flämingradweges, der die Gemarkung an dieser Stelle streift. Zudem könne man über die Waldwege auch zum Betreuungszentrum des Deutschen Roten Kreuzes in Bärenthoren sowie zum Naturlehrpfad Friedrich von Kalitsch gelangen.

"Der Flämingradweg wird nicht verkauft", so Heike Krüger von der Stadtverwaltung. Ganz im Gegenteil wäre durch den Verkauf der Waldwege sogar für die Instandhaltung der Wege gesorgt. "Die sehen aber schlecht aus", sagte Ortschaftsrat Enrico Buchmann. Christian Nels äußerte ebenfalls seine Befürchtungen, ob sich jemand um die Wege kümmern wird.

Der Eigentumswechsel einiger Waldwege soll unter anderem jetzt mit Hilfe einer vermögensrechtlichen Zuordnung vollzogen werden. Die vereinbarte Summe soll demnächst auf dem Konto der Ortschaft Polenzko eingehen. "Aber das ist kein glückliches Geld", macht Ruth Buchmann klar.