Steutz/Aken l Spezialisten einer Lübecker Entsorgungsfirma haben gestern die Flüssigkeit aus dem bei Steutz gefundenen Nebelfass untersucht und für ungefährlich befunden. Damit ist der Behälter entschärft.

Begonnen haben die Entschärfungsarbeiten gestern am frühen Morgen am Rande des Akener Gewerbegebiets. Dort war der Fund in einem Überseecontainer schon seit Donnerstag in der vergangenen Woche aufbewahrt worden - rund um die Uhr bewacht von fünf Feuerwehrleuten. Die hatten sich in dem vom Landkreis bereitgestellten Container sogar mit einem kleinen Tischweihnachtsbaum eingerichtet. "Es ist die am schnellsten umsetzbare Lösung", sagte Vize-Landrat Bernhard Bödekker und sagte, dass es weitaus länger dauern würde, das Fass abzutransportieren. Der Gegenstand war am 26. November bei Baggerarbeiten auf dem Baggerschiff entdeckt worden. Der Kapitän soll nicht sofort den Notdienst gerufen, sondern das Fass an Land gebracht haben. Per Transportfirma wurde das Fass dann per Fähre nach Aken gebracht und in einem Nicht-Sicherheitsbereich gelagert. Es war als "Fass mit unbekannter Flüssigkeit" gemeldet, informierte Bödekker und ergänzte: "Da es sich letztlich um Munition handelt, greife die Kampfmittelverordnung und das Technische Polizeiamt ist dafür zuständig." Dessen Mitarbeiter haben sich das Fass am Tag nach der Bergung angesehen - sich allerdings für nicht zuständig erklärt. "Dann ging es erst einmal darum, die Sicherheit herzustellen. Am Donnerstag haben wir das Fass in einen mit Granulat gefüllten Behälter verpackt und dieses in dem Container aufbewahrt." Dieser diente vor allem als Wetterschutz. Der Kontakt mit Wasser hätte das Fass, das im Zweiten Weltkrieg Ziele durch Nebel verhüllen sollte, nämlich auslösen können. Aus diesem Grund wurde gestern wegen des Regens ein Gerüst mit Plane über die Entschärfungsstelle gebaut.

Völlig geklärt, um welche Flüssigkeit es sich bei dem Stoff im Fass handelt, war es bis zuletzt nicht. Das teilte auch Einsatzleiter Michael Kiel den 60 Kameraden beim gestrigen Einsatz mit. Die Wehren aus Aken samt denen der Ortschaften, Bitterfeld-Wolfen und Zabitz waren unter anderem dabei. Ihre Aufgabe war das Absichern der Aktion, mit mehreren Chemikalien-Schutzanzug-Trupps und Spritzen standen sie bereit, im Fall einer Druck-entladung die Entschärfer zu retten und den Nebel mit dem Wasser niederzuschlagen. Kurz nach 12 Uhr gelang es, das Fass zunächst mit einem Sechs-Millimeter-Bohrer anzubohren, um es dann mit 30 Millimeter soweit zu öffnen.

Die austretende Flüssigkeit wurde untersucht und als gefahrlos eingestuft. Gegen 15 Uhr konnte das Fass abtransportiert werden. Laut Bödekker kostet der Einsatz "einen fünfstelligen Betrag." Der Landkreis legt die Summe aus, zweifelt aber seine Zuständigkeit an.