Thalheim (mz) l Bauarbeiten im Solar Valley: Das Unternehmen Han-wha Q-Cells baut an seinem Firmensitz in Thalheim ein neues Solarfeld. Es soll laut Unternehmensangaben die eigene Stromversorgung vor Ort erhöhen. Das Solarfeld wird eine Leistung von 1,3 Megawatt erreichen - damit wäre umgerechnet der Energiebedarf von 400 Haushalten gedeckt. In Thalheim sollen die Module das Forschungszentrum, die Produktion und die Bürogebäude des Konzerns mit Strom versorgen.

Allerdings wird das Unternehmen auch nach Fertigstellung des Solarparks nicht auf herkömmlichen Strom verzichten können. Die Neuausrichtung bei der Energieversorgung ist ein Fingerzeig des Solaranbieters: Bei Q-Cells wird wieder investiert. Der Standort mit den derzeit 850 Mitarbeitern bleibt ein wichtiges Standbein für das Unternehmen. "In Thalheim verfügen wir über eine einzigartige Aufstellung von Produktion, Forschung und Entwicklung sowie Qualitätsmanagement, wodurch wir hier Solarmodule entwickeln können", sagt Sprecher Robert Reinsch. Dadurch könne man neue Produkte schnell in die Massenfertigung liefern, die vor allem in Malaysia stattfinde. Der Solarfeld-Bau an der Bundesstraße 183 findet laut Hanwha Q-Cells in drei Abschnitten statt. Der erste Teil umfasst eine Fläche von 1,3 Hektar, so viel wie knapp zwei Fußballfelder.

Das gesamte Vorhaben soll Ende 2015 abgeschlossen sein. Der nach eigenen Angaben größte europäische Photovoltaik-Anbieter hatte im vergangenen Sommer mit der Projektplanung begonnen.Für die Umsetzung verwendet das Solarunternehmen "hauseigene" Produkte: "Bei den Solarmodulen handelt es sich um Q-Cells-Module, die hier am Standort in Thalheim sowie mit unserem europäischen Kooperationspartner hergestellt wurden", so Reinsch.

Als Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien will Hanwha Q-Cells den Anteil von selbst erzeugtem grünem Strom weiter steigern und so CO2 einsparen. Der Photovoltaik-Entwickler hatte bereits im November eine 500 Kilowatt Photovoltaik-Anlage auf dem Dach seines Parkhauses in Betrieb genommen, auch zur Eigenversorgung.

"Die Solarmodule sind hauseigene Produkte."

Robert Reinsch, Sprecher Hanwha Q-Cells

Doch die Entscheidung zum neuen Solarpark ist nicht unumstritten. Denn damit verbaut sich Q-Cells eine Chance, auf dem Areal neue Produktionsstätten zu errichten oder durch andere Interessenten errichten zu lassen. Die Stadt Bitterfeld-Wolfens Wirtschaftsförderung äußerte sich gestern nicht zu der Investition.

Ingo Gondro, Wirtschaftsförderer der Nachbargemeinde Sandersdorf-Brehna, wollte die Entscheidung für das Solarfeld zwar nicht bewerten. Er schloss aber ein solches Vorhaben im danebenliegenden Gewerbegebiet in Sandersdorf-Brehna aus: "Die Flächen halten wir für die Ansiedlung von Unternehmen vor, die Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen. Für ein Solarfeld würde das Gebiet nicht in Frage kommen. Zumal die Erschließung der Flächen auch Geld gekostet hat."

Auf der anderen Seite äußerte sich Gondro auch positiv zu dem Solar-Projekt: "Ich bin froh, dass Q-Cells mit Hanwha einen Partner gefunden hat, mit dem es weitergeht. Es zeigt, dass sie dort länger für den Standort planen."