Bärenthoren l "Du gehst zum Ball", sprach die gute Fee. "Okay", antwortet das Aschenbrödel. "Und du ziehst das Kleid an." "Okay." - Mit solch kurzen Dialogen präsentierten die Mitarbeiter des Betreuungszentrums "Marie von Kalitsch" in Bärenthoren am Freitag das Märchen "Aschenputtel" auf ihrem Weihnachtsfest. In vergnüglicher Art und Weise lieferten die Laienschauspieler ein äußerst amüsantes Stück ab, das kein Auge trocken ließ - auch wenn die Geschichte damit in fünf Minuten erzählt war.

"Wir sind immer sehr bemüht um die Märchenaufführung, doch in diesem Jahr mussten wir es etwas spartanischer gestalten, weil wir derzeit sehr viele Krankheitsfälle in unserem Team haben", erklärte Betreuungsheimleiterin Ruth Buchmann.

Wo allerdings keine Abstriche gemacht wurden, war die Herrichtung des Festes. Kerzen, Lichter und Feuer waren aufgebaut und leuchteten geheimnisvoll zwischen den Bäumen - fast ein wenig wie im Zauberwald. Der Duft von Waffeln und Tee lag in der Luft, zu sehen waren nur zufriedene und lächelnde Gesichter.

Die Bewohner des Betreuungsheimes, genauso wie die Einwohner von Bärenthoren und der umliegenden Orte, kommen fast immer zu dem weihnachtlichen Fest. "Es ist immer ein Kommen und Gehen, aber es war gut gefüllt", sagt Buchmann zufrieden.

Auch die Besucher loben die Veranstaltung und kommen immer wieder gerne, wie Anita Krebs. "Ich wohne mittlerweile in Polenzko, komme aber trotzdem gerne hier zu dem Fest. Das gehört irgendwie zur Weihnachtszeit, hier gemütlich am Feuer zu sitzen", sagt sie. Das war es, was ihr im Vorjahr gefehlt hatte, denn da fand das Fest im Gebäude statt, weil das Wetter nicht einzuschätzen war.

Aber nicht nur für die Besucher ist es in jedem Jahr ein Erlebnis, auch die Gestalter, die Mitarbeiter des Betreuungsheimes, lieben ihr Fest. Hannelore Gläßer betreut den Stand, an dem Objekte, die in der Therapie gefertigt werden, verkauft werden. "Dass es so etwas überhaupt gibt, ist doch schon toll und dass sich so viele dafür engagieren. Es wird hier von allen getragen und das ist das Besondere", sagt sie.

Der Verkauf der Produkte aus den Therapien lohnt sich im übrigen doppelt: Nicht nur, dass man ein Geschenk oder eine tolle Dekoration für zu Hause hat, der Erlös wird außerdem dem Kinderhospiz in Magdeburg gespendet.

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