Für ihr diesjähriges Advents- und Weihnachtskonzert am Sonntag in der St. Trinitatiskirche hat sich die Zerbster Kantorei für ein überwiegend internationales Liederprogramm entschieden. Und - sie lud dazu auch polnische Künstler ein.

Zerbst l "Auf der diesjährigen Polenreise unserer Kantorei konnten wir den Kontakt zur Stiftung `Fundacja Studium Culturae Ecclesiae` in Wroclaw knüpfen, die sich der Förderung von Kultur, Wissenschaft und polnischer Traditionen im Land und in der internationalen Zusammenarbeit verschrieben hat", erzählte Kantorei-Leiter Tobias Eger im Gespräch mit der Volksstimme.

Zu der von der Stiftungs-Präsidentin Ewelina Kondziela angeführten Gruppe, die nun in Zerbst zu Gast war, gehörten auch die Sopranistin Inna Kamarian und der Organist Roman Plis.

Im polnisch geprägten Teil des Konzertes trug Inna Kamarian mit ihrer brillanten Stimme, von Roman Plis einfühlsam auf der Orgel begleitet, einige Lieder, wie "Heute in Betlejem" und das bekannte polnischen Weihnachtslied aus dem 16. Jahrhundert "Lulajze Jezuniu" vor. Ganz andachtsvoll still wurden die gut 200 Gäste, als sie das bezaubernde "Ave Maria" von Giulio Caccini sang.

Der Organist selbst brachte sich mit drei Stücken, unter anderem der "Fantazja Regina Poloniae" (Königin Polens) eindrucksvoll in das Konzert ein.

Die mit über 40 Stimmen agierende Kantorei widmete sich mit bravourösen, mehrstimmigen Vorträgen, fast ausschließlich a cappella, im ersten Konzertteil überwiegend Liedern aus Skandinavien.

Mit "Der Morgenstern ist aufgegangen", gewissermaßen einem Klassiker aus dem 16. Jahrhundert, eröffnete der Chor das gut eineinhalbstündige Advents- und Weihnachtskonzert. Es folgten Lieder schwedischer und dänischer Komponisten sowohl aus dem 19. als auch dem 20. Jahrhundert.

Bei "Öffne den Weg" des 1956 geborenen schwedischen Komponisten Rolf Martinsson konnten die aufmerksam folgenden Gäste mit dem Wechselgesang zwischen dem Gesangssolisten Dietmar Adam (Tenor) und dem Chor mit begleitender Orgel ein reizvolles Arrangement erleben.

Ein ebenso beeindruckendes Klangerlebnis wurde mit dem von Thomas Gabriel komponierten Lied "Von Himmel hoch" präsentiert. Der Chor sang, der polnische Gast spielte am Klavier und - Tobias Eger, als studierter Flötist, agierte tonrein auf der Querflöte und sorgte "nebenbei" auch als Dirigent für die stimmigen Einsätze.

Zum Programm gehörte ebenfalls die von der Kantorei bereits sowohl in Zerbst als auch in Polen gesungene "Brieger Christnacht 1944" des schlesischen Komponisten Max Drischner mit Solotenor, Chor und Orgel (Tobias Eger).

Den Abschluss des mit viel Beifall bedachten Konzertes bildete die Weihnachtsmotette von Samuel Coleridge-Taylor "Jauchzt auf in Jubel" für Sopran-Solo, Chor und Orgel.

Als Zugabe erklang "Tochter Zion".

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