Der Förderkreis St. Nicolai setzt sich neben dem Erhalt der einst größten Hallenkirche Anhalts ebenfalls für die Belebung des Zerbster Baudenkmals ein. So sind 2015 wieder kulturelle Veranstaltungen geplant. Auch über eine ständige Öffnung wird nachgedacht.

Zerbst l "Es gibt erste Überlegungen, die Kirche in den Sommermonaten zu öffnen", erklärt Petra Fruth. Beim Förderkreis St. Nicolai ist sie neben der Öffentlichkeitsarbeit ebenfalls für die Veranstaltungen zuständig. Während der Jahreshauptversammlung des Vereins erzählt sie von der Idee, das Baudenkmal tagsüber für Besucher zugänglich zu machen. Denn: "Sowie die Tür offen steht, sind die Leute drin", bestätigt Vorstandsmitglied Heinz-Jürgen Friedrich. Ob und wie die Idee realisiert werden kann, ist bislang allerdings noch offen.

Das trifft ebenfalls auf den Vorschlag zu, die Gedenkveranstaltung anlässlich des 70. Jahrestages der Zerstörung von Zerbst am 16. April 1945 in der Ruine von St. Nicolai durchzuführen. Hier soll nun mit den Veranstaltern, der Stadt und der Kirchengemeinde St. Trinitatis gesprochen werden. In dem Zusammenhang regte Heinz-Jürgen Friedrich auch an, im unteren Bereich der Türme eine Ausstellung zur Historie des Gotteshauses einzurichten.

Fest steht unterdessen, dass es 2015

wieder mehrere Open Air-Veranstaltungen im offenen Kirchenschiff geben soll - vorausgesetzt wie immer, das Wetter spiele mit. So will am 22. Mai der Don-Kosaken-Chor Serge Jaroff mit kraftvollen Stimmen begeistern, am 4. September wird zudem das Sax`n-Anhalt-Orchester nochmals ein mitreißendes Gastspiel geben. Auch das Akademische Orchester der Martin-Luther-Universität Halle unter Leitung von Matthias Erben reist wieder zur Sommersonnenwende an und gibt am 21. Juni ein Konzert.

Vielfältigen Genuss von Klassik über Musical bis Rock verspricht der Organist Joachim Thoms, erzählt Petra Fruth, dass der Berliner Improvisationskünstler am 19. Juli in St. Nicolai auftritt. Noch keinen Termin gibt es für "The Artcores", die hier bereits spielten und nun zusammen mit weiteren Bands erneut in der einzigartigen Kulisse spielen möchten.

Darüber hinaus ist eine Ausstellung des Fotoclubs Zerbst mit Motiven der Nicolaikirche geplant. Fortgesetzt werden soll die Zusammenarbeit mit der Zerbster Kulturaktion, die im Herbst anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens kunstvolle Objekte innerhalb der sakralen Mauern präsentierte.

Und auf alle Fälle wird die beeindruckende Kirchenruine traditionell zum Stadtseniorentag sowie dem Tag des offenen Denkmals im September geöffnet sein.