Matthias Willno und seine Bienenvölker, das passt. Seit etwa drei Jahren hat er seine eigenen Bienenvölker. 15 Völker stehen inzwischen im Besitz des Jungimkers. Zu Bienen und der Imkerei kam Willno über seinen 2011 verstorbenen Großvater.

Lindau l Das Interesse für Bienen und die Imkerei wurde Matthias Willno quasi in die Wiege gelegt. "Wenn man einmal damit angefangen hat, kommt man nicht mehr davon los", sagt er. Matthias Willno ist mit Bienen im Garten groß geworden. Der Lindauer hat sich schon früh für Imkerei interessiert. Viel habe er von seinem vor drei Jahren verstorbenen Großvater gelernt, vieles sich aber auch selbst angeeignet. "Wenn man das nicht macht, funktioniert es nicht."

Matthias Willno, ein mittelgroßer Mann mit kurzen blonden Haaren, mag sein Hobby. Er ist Imker. Der 24-Jährige, der als Zerspanungsmechaniker für die Werkzeugmaschinenfabrik in Zerbst arbeitet, hat die Anzahl seiner Bienenvölker auf inzwischen 15 aufgestockt. "Insgesamt", sagt er laut lachend, "habe ich also mehr als 100 000 Bienen im Garten." Jetzt, im Winter, ruhen die Bienen allerdings. Entlang der Bienenkästen herrscht Stille. Im Sommer ist das ganz anders. "Wenn man die Tür zum Garten geöffnet hat, hört man das Brummen dann deutlich", sagt Willno. Und Theresa Engelmann, seine Freundin, ergänzt: "Dann riecht es sehr angenehm nach Honig." Für Matthias Willno sind diese Tage "gute Tage". Doch bis es wieder soweit ist, wird es noch einige Monate dauern. Von Mai bis August läuft die Hochsaison.

Derzeit wärmen die Bienen in den Kästen ihre Königin. Die liegt ganz in der Mitte der so genannten Wintertraube und wird ringsum von ihrem Volk gewärmt. "Die Bienen drumherum tauschen, damit auch sie mal Wärme abbekommen." Jetzt, in der Nebensaison, hat Matthias Willno vor allem viel zu reinigen. Nachdem im September der Honig in Gläser abgefüllt wurde und die Bienen mit Zuckerwasser gefüttert wurden, schaut Willno jetzt, ob auch wirklich alle Fluglöcher frei sind, nicht etwa mit Schnee bedeckt sind. Auch tote Insekten, die vom Volk bis zum Flugloch geschoben werden, müssen entfernt werden. Denn wenn das Flugloch verstopft ist, drohen die Bienen im Innern des Kastens zu ersticken. Einmal pro Woche kommt er vorbei.

Im März setzen die Bienen zum ersten Reinigungsflug an. "Da sollte man keine weiße Wäsche draußen aufhängen", sagt Matthias Willno schmunzelnd. Denn: Die Insekten koten. "Wenn die Wäsche draußen hängt, kann man sie noch mal waschen." Er selbst habe jedes Jahr dieses Problem. Matthias Willno ist ein Mensch, der dieses Wissen bei Interesse gerne weitergibt. Vor einiger Zeit erst war eine Grundschulklasse aus Möckern bei ihm und hat Kerzen gedreht. Auf dem Weihnachtsmarkt in Lindau war er vor Ort, um die Imkerei vorzustellen und Honig zu verkaufen.

Doch die Imkerei ist nicht das einzige Hobby von Matthias Willno. Er fährt gern Quad und auch Trabbi. Im kommenden Jahr wird er mit seinen Bienen wandern gehen, ein entsprechendes Magazin wird er sich kaufen. "Und dann geht´s mit dem Quad und Bienen los", sagt er. Matthias Willno, das merkt man ihm an, freut sich schon jetzt darauf.

Imker Matthias Willno ist zu finden in der Grünen Straße 28 in Lindau. Telefonisch ist er erreichbar unter 0171 / 1010666.