Gestern wurde das letzte der zehn Fundamente für den neuen Windpark in Zerbst gegossen. Ab Oktober 2015 werden auf dem ehemaligen Militärflugplatz zehn Windkrafträder Strom erzeugen.

Zerbst l Schon bald sollen sich die Windkraftanlagen im Zerbster Energiepark drehen und Strom erzeugen. Errichter dieser Riesen ist die Getec green Energy AG unter Einbeziehung von Siemens-Technology. Zum gestrigen Meilenstein - dem Gießen des letzten Fundaments - waren Gäste aus Landes- und Regionalpolitik dabei. Gemeinsam mit den Handwerkern und Ingenieuren kamen sie zu einem Baustellenfrühstück zusammen.

Landrat Uwe Schulze (CDU) war voller Lobes für das Großprojekt: "Es ist sehr gut, dass hier am Standort Zerbst investiert wird. Das ist ein wichtiger Fingerzeig für die Region und die Menschen hier", sagte er.

"Wir als Stadt Zerbst haben die Rahmenbedingungen geschaffen und Getec setzt dieses Projekt um. Die Zusammenarbeit läuft gut und wir sind stolz, ein solch fortschrittliches Projekt in der Region zu haben", sagte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD). Chris Döhring, Vorstandsvorsitzender der Getec green Energy AG, dankte auch den vielen Handwerkern vor Ort. Döhring wies zugleich auf das Thema Batteriespeicher hin: "Beim Speichern der erneuerbaren Energien soll Zerbst in Zukunft eine große Rolle spielen. Unser Ziel ist es, bereits 2015 einen der größten Speicher Sachsen-Anhalts zu errichten und zu betreiben."

Die Dimensionen der Windkraftanlagen sind gigantisch: Ein Windrad misst bis zur Spitze 199 Meter. Der Rotor hat einen Durchmesser von 113 Meter. Jedes der zehn Windkrafträder erbringt eine Leistung von etwa drei Megawatt. Das bedeutet, dass es in einer Stunde drei Megawattstunden Strom produziert. Die gewonnene Energie wird sofort ins Stromnetz eingespeist. Doch bis es dann tatsächlich soweit ist, werden noch einige Monate vergehen: "Die Rotorblätter werden im Sommer, voraussichtlich Juli oder August, angebracht. Dafür brauchen wir Windstille", erklärte Marie Lambert. Sie gehört zum Team der Ingenieure.

Die Geschichte des jungen Zerbster Energieparks beginnt 2011. Damals war bereits der Solarpark ans Netz gegangen. Anfang des Jahres wurde eine Bioraffinerie in Betrieb genommen. Diese erzeugt stündlich 700 Kubikmeter Biogas. Der erste Spatenstich für den Windpark wurde im April dieses Jahres gesetzt. Mit dem neuen Windpark werden zukünftig die drei regenerativen Energieformen Sonne, Biogas und Wind an einem Ort zusammenwirken - das ist deutschlandweit in dieser Größenordnung einmalig.

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