Die Künstlerin Aline Berlitz war in der Lindauer Burg zu Gast. Sie unterhielt das Publikum mit allerlei weihnachtlichen Gedichten und stimmungsvollen Liedern zum Feste. Auch eine Traumhochzeit aus dem Sommer stand im Mittelpunkt des Nachmittages.

Lindau l Die Burg in Lindau ist festlich. Das werden alle Bewohner Lindaus und auch die Menschen in der Region wissen. Ganz besonders festlich, nein weihnachtlich, war sie am vergangenen Sonnabend. Der Heimatverein unter der Ägide von Gudrun Rosenauer hatte sich etwas Besonderes einfallen lassen, um die Menschen auf den nahenden Heiligen Abend und das bevorstehende Weihnachtsfest vorzubereiten. Mit einem kleinen Konzert von Aline Berlitz wurde Weihnachten den Lindauern bis in ihre Burg gebracht. Bei Kerzenschein, gedämpftem Licht und weihnachtlichem Gebäck lauschten etwa 50 Gäste den wohligen Klängen der Künstlerin.

Geschichte von der Weihnachtsmaus

Sie nahm alle Zuhörer mit auf eine Reise in die wunderbare Welt der Weihnachtspoesie. Nicht nur die klassischen Lieder wie "Oh, du Fröhliche" oder "Stille Nacht, heilige Nacht" intonierte sie, auch Gedichte von Heinz Erhardt oder Heinrich Hoffmann von Fallersleben durften nicht fehlen.

So rezitierte sie "Die Weihnachtsmaus", deren Spuren es nur einmal im Jahr gebe und auch nur zum Feste aktiv sei. Das Gedicht handelt von einem kleinen Jungen, dessen Mutter immer fehlende Vorräte in der Vorweihnachtszeit feststellt. Der Junge redet sich stets mit der geheimnisvollen Weihnachtsmaus aus dem Schlamassel. Das Publikum lachte und fühlte sich vielleicht auch an die eigenen Enkel erinnert, die gern einmal mehr naschen, wenn das Feste naht.

Auch die eine oder andere Erinnerung an die eigene Jugend teilte Aline Berlitz mit dem Publikum. "Bis ich sechs Jahre alt war", verriet sie, "kam bei uns daheim der Weihnachtsmann auch immer mit einer Rute." Stets war sie bedacht, keine abzubekommen und bemüht, sich gut zu verhalten. "Aber ich hatte immer Glück und nie eine bekommen", erinnerte sie sich weiter. Die Anwesenden lachten herzlich.

Immer wieder thematisierte die Sängerin auch den Frieden in der Welt oder übte auf ironischerweise Art und Weise Kritik an der Gesellschaft.

So handelte ein von ihr vorgetragenes Gedicht auch davon, dass dem Weihnachtsmann der fahrbare Untergrund gestrichen wurde und er, sobald er sich beschwere auch noch wegfallen könne. Der Sparzwang der modernen Gesellschaft hielt so auch Einzug in der Lindauer Burg.

Den Auftritt ausklingen ließ Aline Berlitz mit mehreren klassischen Weihnachtsliedern, wie "Oh Tannenbaum". Die Menschen in Lindau waren nun vollends in festlicher Stimmung. Der Tenor des Publikums war klar: Frau Berlitz kann gern im kommenden Jahr wiederkommen!

"Wir wollen es auch zu einer Tradition werden lassen", kündigte Gudrun Rosenauer bereits nach dem Konzert an. Immerhin war die Opernsängerin Aline Berlitz zu vier Konzerten in Lindau. "Darunter war auch schon ein Frühlingskonzert", erinnerte sich die Vereinsvorsitzende.

Wie sehr es den Gästen gefallen hat, bestätigte Cornelia Kempka: "Ich bin jetzt wirklich in weihnachtlicher Stimmung." Sie und ihr Ehemann waren zwei besondere Gäste. Beide haben sich am 30. August in der Burg trauen lassen.

"Wir waren die ersten, die unter dem neuen Dach geheiratet haben", blickte Detlef Kempka zurück. Als besonderen Dank an den Heimatverein und Gudrun Rosenauer hat er zwei Kronleuchter gestiftet. "Als sie im August am Aufräumen waren, fragten ganz viele Menschen, ob die Leuchter denn nicht in der Burg bleiben könnten", erinnerte er sich.

Besonderes Dankeschön an den Heimatverein

Und am Sonnabend haben zwei Leuchter eine neue Heimat in der Burg Lindau. Als Dankeschön für die Unterstützung bei der Feier und der geleisteten Arbeit. "Aber auch für das ehrenamtliche Engagement der Menschen hier," betonte Cornelia Kempka: "Das ist in der heutigen Zeit schließlich alles andere selbstverständlich."

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