Einen neuen Vorstand haben die Mitglieder des Kleingartenvereins "Akentor" gewählt. Kommissarisch hatte Dieter Bartsch den Verein und die Versammlung geleitet.

Zerbst l Um einen neuen Vorstand zu wählen, trafen sich die Mitglieder des Kleingartenvereins "Akentor" im Versammlungsraum im Obergeschoss des Zerbster Sparkassengebäudes. Dort eröffnete zunächst Vereinsmitglied Dieter Bartsch die Versammlung und erläuterte noch einmal den Grund des außerturnusmäßigen Treffens.

"Durch den Tod unseres ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Walter Wapenhans stand unser Verein ohne Vorstand da. Ältere ehemalige Vorstandsmitglieder sind verstorben oder gaben aus Alters- oder Gesundheitsgründen auf. Die Wegeobleute waren oder sind keine gewählten Mitglieder, so dass wir Ende März dieses Jahres ohne Vorstand dastanden." Da es aber nun irgendwie weitergehen musste, habe er sich zur Aufgabe gemacht, bis zur Neuwahl den Verein zu leiten und die Wahlen vorzubereiten. Dieses fand dann auch die Zustimmung der noch vorhandenen Wegeobleute. Einfach sei es nicht gewesen, sich so kurzfristig und ohne Übergabe in die Leitung einzuarbeiten.

"Unsere Anlage besteht aus 213 Parzellen, von denen 183 besetzt sind", informierte er in seinem Bericht. Ein erschwerender Umstand sei es, dass der Verein aus mehreren Anlagen bestehe. Diese sind am Amtsmühlenweg, am Brauereiweg, dem Springberg und dem Jägergarten im Schlossgarten. Der Rest ist rund um die Gaststätte Akentor. "Dies trägt dazu bei, dass die Kosten für Zäune und die Wasserversorgung weitaus höher sind, als in einer geschlossenen Gartenanlage", merkte er an.

Eine weitaus größere Sorge bereite der Leerstand von Parzellen. "Zur Zeit sind es 30 Parzellen, die leerstehen. Wenn ich mir aber den Altersdurchschnitt unserer Gartenfreunde anschaue, muss einem bange werden." Die Zahl der über 70- und 80-Jährigen wachse stetig, an jungen Neumitglieder fehle es. "Aufgabe des neu zu wählenden Vorstands muss es sein, Wege zu gehen, um unsere Anlage besser zu präsentieren, um so junge Bewerber anzulocken", appellierte er. Allerdings konnten auch drei polnische Gartenfreunde gewonnen werden, "die hier in Zerbst ihrer Arbeit nachgehen und ihre Freizeit mit Gartenarbeit verbringen", sagte er. Er dankte Gartenfreund Arnold Reinhard, der hier als Vermittler tätig war und ist. "Durch seine polnischen Sprachkenntnisse hilft er uns, Formalitäten und Sprachbarriere zu überwinden."

Die Einhaltung der Arbeitsstunden sei wichtig, insbesondere, weil die ungenutzten Parzellen mitgepflegt werden müssen. Wege und Beleuchtung zur Vereinsgaststätte müssten in einem tadellosem Zustand sein, erklärte der kommissarische Leiter. Dafür konnten voriges Jahr einige Ausbesserungen vorgenommen werden. "Die Beleuchtung war marode. So machte uns eine Elektrofirma einen Kostenvoranschlag, den wir dann annahmen." Durch Eigenleistung der Schachtarbeiten haben sie die Kosten drücken können. "Nun haben wir somit einen gut ausgeleuchteten Weg zur Gaststätte vom Eingang Amtsmühlenweg. Vom Eingang Lepser Straße war der Fußweg eine große Stolpergefahr." Der Fußweg sei von einer Firma in Ordnung gebracht worden. Nun können Rollstuhlfahrer, ältere Leute mit Rollator und Radfahrer den Gartenweg passieren.

"Die Vereinsgaststätte ist für uns sehr wichtig. Erstens ist sie hervorragend besetzt und das schon seit zehn Jahren durch den gleichen Pächter. Zweitens bringt sie uns Geld ein. Ohne diese Einnahmequellen könnten wir manche Maßnahme nicht durchführen. Hierfür ein herzliches Dankeschön an unser Gaststättenehepaar Gnilka", würdigte Bartsch. "Als besonders schwierig erwies sich die Suche nach geeigneten Gartenfreunden für den neuen Vorstand. Wir alle wissen, ohne Vorstand geht es nicht", mahnte er. Dennoch hatten sich einige Mitglieder für eine Übernahme bereiterklärt. Die Wahl erfolgte einstimmig.

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