Bereits zum sechsten Mal rief der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club alle Bürger zum Fahrradklima-Test auf. Dieser soll als Gradmesser für die Radverkehrsförderung der Region gelten.

Zerbst l Wie fahrradfreundlich ist Zerbst? Diese Frage konnten alle Bürger der Stadt bis Ende November im Rahmen des Fahrradklima-Tests des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) beantworten.

Nun liegen dem Verband alle Fragebögen vor und die Auswertung kann beginnen. Zwar ist mit dieser erst im neuen Jahr zu rechnen, doch Stephan Marahrens vom ADFC-Regionalverband Dessau gibt schon einige Einblicke in das Zerbster Radgeschehen.

"Die Situation in Zerbst ist meiner Meinung nach geprägt durch unsinnige Anordnungen der Benutzungspflicht von Radverkehrsanlagen, die dafür nicht geeignet sind und viel schwerwiegender: Die keine Sicherheit gewähren können", kritisiert Marahrens. Als Beispiel bringt er die Situation in der Dessauer Straße an: "Zu schmaler Radweg, ohnehin Tempo 30 und mit einer Führung nicht sichtbar für den Fahrzeugverkehr hinter den parkenden Autos."

Besonders schlimm empfindet er die Situation auf der Dr. Martin Luther Promenade. "Dort sollen sich die Fußgänger und Radfahrer einen Weg in beide Richtungen teilen, obwohl ebenfalls Tempo 30 gilt und dies an den Einmündungen nicht gekennzeichnet ist." Diese Dinge sind Stephan Marahrens unter anderem aufgefallen.

Ob auch die Zerbster, die an der ADFC-Befragung teilgenommen haben, das so sehen, wird sich bald zeigen. "Die Beteiligung in Zerbst, gemessen auf 10 000 Einwohner, war überdurchschnittlich hoch - sogar mehr als in Dessau", verrät Marahrens.

Beim letzten Fahrradklimatest hatten nicht genügend Zerbster teilgenommen, sodass keine eigene Wertung zustande kommen konnte. Die Zerbster hatten sich in der Umfrage zum Zustand der Radwege, genügend Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und zur Sicherheit und Attraktivität des Radfahrens geäußert.

Eine Situation in Zerbst stört den Fahrradexperten Marahrens besonders: "Nachholbedarf besteht auf der Wolfsbrücke. Da müssen Radfahrer absteigen, wenn sie die Wolfsbrücke zur Breite hochfahren, sich auf vielen Abschnitten mit den Fußgängern zu schmale Geh- und Radwege teilen und am Alten Teich lange überlegen wie der einfachste Weg in die Innenstadt zu nehmen ist. Auf diese Weise wird der Radverkehr nicht gefördert", ist er sich sicher.