Landauf landab stehen die Karnevalisten in den Startlöchern. In Lindau laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Lindau l Prunk- und Ordenssitzungen stehen an, Kinderfasching und Rentnerveranstaltungen werden angeboten. Für die Grün-Gelben des Lindauer Carneval Clubs ist es die 49. Session. In allen Gruppen wurde und wird fleißig gearbeitet, informierte Vereinssprecherin Katrin Bernau. Die Programmteile stehen und werden nur noch zusammengefügt. Verraten wird noch nicht viel. Das Publikum soll sich überraschen lassen. Eine erhöhte Geheimhaltungsstufe gilt da vor allem beim Männerballett. "Das ist immer eine spannende Geschichte", so Katrin Bernau. Wer weiß, womit die Herren nach Robin Hood und Schneewittchen diesmal aufwarten werden.

Ein Motto gibt es beim Lindauer Karneval nicht. Dem Zwang, jeden Programmpunkt danach auszurichten, will man sich nicht unterwerfen. Dafür gibt es für diese Session schon ein Prinzenpaar, konnte Katrin Bernau mitteilen. Das hat sogar schon Erfahrung. Katharina I. und Julius I. vom vergangen Jahr haben sich gleich noch einmal bereit erklärt, die Tollitäten zu geben. Damit ist zumindest das oftmals schwierige Problem, ein Prinzenpaar zu finden, gelöst.

Los geht es in Lindau wie immer mit dem Jugendkarneval. Auf die jüngere Generation zugeschnitten, gibt es statt Büttenreden andere Überraschungen. Toll ist, dass die Jugend sich gerne verrückt verkleidet. Ab und zu irritiert das aber die Jüngsten im Programm. Das sind die Kindergartenkinder, die bei den Tanzflöhen mitmachen. "Angesichts der Verkleidungen vergessen die Minis manchmal einfach das Tanzen und gucken nur", erzählte Susann Kauert, die die Tanzflöhe "hütet". Doch da hat sie es sich inzwischen angewöhnt, mit den Kindern schon vor dem Auftritt in den Saal zu gehen und sich die Kostüme anzuschauen - dann klappt`s auch mit dem Tanzen.

Als Piraten werden sich die Kleinen diesmal vorstellen. Elf Kinder gehören zur Gruppe der ab Vierjährigen bis zur 1. Klasse, wobei diesmal gar keine Schulkinder dabei sind. Auch sind die sechs Jungen diesmal in der Überzahl gegenüber fünf Mädchen. Manchmal ist das schon wie einen Sack Flöhe hüten, gibt Susann Kauert gern zu. Aber es ist vor allem der Spaß, mit den Kindern etwas einzustudieren. Bei so vielen Tanzflöhen hat Susann Kauert Unterstützung durch Andrea Kretschmer und Ellen Buchert. Die Kinder müssen beim Üben an die Hand genommen, mal der eine oder der andere angestupst werden, dazu muss Musik bedient oder anderweitig geholfen werden. Irgendwann läuft das Gewusel vom Anfang in geordneten Bahnen...

Seit September trainieren die Tanzflöhe ihren neuen Auftritt. Jeden Donnerstag von 16 bis 16.45 Uhr danach folgen die Tanzmäuse, die ebenfalls von Susann Kauert betreut werden. 16 Tanzmäuse gibt es derzeit, alles Mädchen der 2. bis 5. Klasse. Mehr ginge kaum. Für beide Gruppen denkt sich Susann Kauert die Choreografie selbst aus. Woher nimmt sie die Ideen? "Ohren und Augen offen halten, Zettel und Stift dabei haben und über den Tellerrand gucken", verriet die 44-jährige Reiseverkehrskauffrau aus Zerbst. Die aus Loburg Stammende blieb über Schulkameradinnen und die Sportgruppe beim Lindauer Karneval hängen. An die 20 Jahre gehörte sie selber zu den Tänzerinnen des Vereins.

Einer musste sich ja schließlich finden, als Christine Pfeiffer vor ein paar Jahren die Kindertanzgruppe abgab. Susann Kauert, die noch dazu eine Übungsleiterlizenz vorweisen kann, übernahm die achtköpfige Gruppe. Über Nachwuchssorgen kann der Lindauer Carneval Club nicht klagen. Die Tanzflöhe gibt es nun auch schon im dritten Jahr. Nach den Tanzmäusen gibt es dann noch eine weitere Kindertanzgruppe ab 6. Klasse. "Alle Tanzgruppen sind gut bestückt", kann sich auch Katrin Bernau nur freuen. Der Lindauer Verein zählt insgesamt mehr als 70 Mitglieder.

Nun denn, bis zur Premiere können Flöhe und Mäuse noch ein wenig üben. Und dann wird es für Susann Kauert die schönste Belohnung sein, wenn die Tänze ankommen und das Publikum nicht mit Applaus spart.

   

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