Die erste Schneefront dieses Winters zog gestern Früh über die Einheitsgemeinde Zerbst hinweg. Räumdienste waren in mehreren Touren unterwegs. Dennoch sorgten glatte Straßen und rutschige Kurven für Verkehrseinschränkungen und einige Unfälle.

Zerbst l "Wir bauen eine Burg!" Emsig klopfen Annabell und Maximilian den leichten Pulverschnee mit ihren Handschuhhänden fest. Eigentlich wollten die Beiden im Zerbster Schlossgarten rodeln. Aber die vielen Maulwurfhügel behindern ihren Plan. Nichts desto trotz genießen die Fünfjährigen die Flockenpracht. Warm eingepackt mit Mütze und Schal tauchen sie ein in die weiße Landschaft.

Unterdessen koordiniert der Leiter des städtischen Bau- und Wirtschaftshofes den Winterdienst. "Seit vier Uhr sind die Mitarbeiter unterwegs", erzählt er. 25 Frauen und Männer kümmern sich um die Räumung der kommunalen Straßen. Sie befreien Gehwege, Bushaltestellen oder auch die Zufahrten von Feuerwehrgerätehäusern vom Schnee. Neben den vier Handkolonnen sind elf Fahrzeuge mit Schiebeschild und Streusalz im Einsatz. Etwa 250 Tonnen Salz sind eingelagert, davon rund 35 Tonnen im Silo auf dem neuen Stützpunkt am Amtsmühlenweg.

Probleme gibt es nicht - nur ein Ärgernis. "Wir möchten die Bürger bitten, den Schnee nicht in die Straßenmitte zu schieben", erklärt Michael Lindner. Wenn der Bauhof dann durchfahre, lande die weiße Pracht unvermeidbar wieder auf dem Gehweg. "Das ist ein Katz-und-Maus-Spiel", bemerkt er.

Bereits um 3 Uhr beginnt am Montag die Frühschicht bei der Kreisstraßenmeisterei Anhalt-Bitterfeld. Im Bereich Zerbst rücken zwei Mitarbeiter mit zwei Fahrzeugen aus, wie ihre Chefin Ute Petzoldt-Sanyang erzählt. "Jetzt wird der Matsch von den Straßen geräumt", schildert sie den Stand am Mittag. Um 15 Uhr sorgt der Spätdienst für Ablösung und bringt erneut Salz aus, um ein Gefrieren des aufgetauten Schnees zu verhindern - und das auf 117 Kilometern Straße im Zerbster Raum. "Wobei wir für die Stadt einige Abschnitte übernehmen", nennt Ute Petzoldt-Sanyang den Ahornweg als ein Beispiel.

Die aktuelle Wettervorhersage für die nächsten Tage haben Ute Petzoldt-Sanyang und Michael Lindner stetig im Blick. Für heute ist weiterer Schneefall angesagt. Für die Beschäftigten des Zerbster Bauhofs bedeutet das, dass sie erneut mitten in der Nacht aufstehen müssen. Das gleiche gilt für die Angestellten der Kreisstraßenmeisterei. "Der Frühdienst fährt bis Freitag durch", bemerkt Ute Petzoldt-Sanyang.

Trotz des Winterdienstes müssen Kraftfahrer vielerorts mit glatten Straßen und rutschigen Kurven rechnen. Die Zahl der Unfälle aufgrund der Witterung fällt allerdings äußerst gering aus. "Es gab bloß vier Unfälle", erklärt der Leiter des Zerbster Polizeirevierkommissaritats Elard Schmidt gestern Nachmittag. Hauptsächlich handelt es sich um Blechschäden, die die Beamten aufnehmen. Schwer verletzte Personen sind glücklicherweise nicht darunter. Es bleibt bei maximal leichten Verletzungen.

So verläuft der erste richtige Schneetag in diesem Jahr für die meisten glimpflich. Jung und Alt passen sich den winterlichen Bedingungen an, auch wenn sie gerade für Zeitungszusteller, Postboten, Pflegedienste oder auch Müllwerker einige Herausforderungen mit sich bringen.

 

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