Mit knallenden Böllern und bunt-glitzernden Raketen begrüßten die Zerbster das neue Jahr. Doch nicht alle konnten ausgelassen feiern, mancher musste zu Silvester Dienst tun und in Bereitschaft bleiben. Schwerere Vorkommnisse gab es glücklicherweise nicht.

Zerbst l Die Silvesternacht in Zerbst ist ruhig verlaufen - zumindest aus Sicht von Polizei, Notaufnahme und Feuerwehr. Zwar feierten Jung und Alt vielerorts ausgelassen den Start in das neue Jahr. Sachschäden oder Verletzungen blieben jedoch aus. Dennoch hatten die Diensthabenden einiges zu tun. "Zeit, um mit Orangensaft oder Ähnlichem auf 2015 anzustoßen, hatten die Kollegen der Nachtschicht nicht", weiß Polizeikommissarin Doreen Rintz. Durchweg seien die beiden mit jeweils zwei Beamten besetzten Funkwagen Einsätze gefahren, während ein Kollege im Revier die Stellung hielt. Meist riefen besorgte Bürger unter anderem aus Angst um Schäden an ihren Autos durch Raketen oder Böller an. Feststellen konnten die Polizisten zur Beruhigung der Betroffenen vor Ort nichts.

"Zeit, um auf 2015 anzustoßen, hatten die Kollegen der Nachtschicht nicht."

Polizeikommissarin Doreen Rintz

Allerdings nutzten unbekannte Täter die Abwesenheit einer Zerbster Familie aus, um in deren Einfamilienhaus einzubrechen. "Gestohlen wurde nach erster Inaugenscheinnahme wohl nichts, aber viel durchwühlt", berichtet Doreen Rintz. Aufgrund der laut knallenden Feuerwerkskörper rund um Mitternacht und der damit verbundenen Ablenkung konnten die Fährtenhunde nicht wie geplant eingesetzt werden. Dennoch sicherten die Beamten Spuren. Hinweise auf die Täter gibt es bislang aber nicht. Die Ermittlungen laufen.

Stetige Beschäftigung hatte ebenfalls Ossip Groth. Der Arzt für innere Medizin kümmerte sich - neben seiner Tätigkeit auf der Intensivstation - in der Notaufnahme der Helios Klinik Zerbst um die hereinkommenden akuten Fälle. "Es ist meine erste Silvesternacht hier im Hause", erzählt er. 24 Stunden dauerte seine Schicht. Sobald da mal kein Patient betreut werden musste, nutzte Ossip Groth die Chance, um etwas zu schlafen. Das Prosit auf Neujahr fiel bei ihm aus. Als er gestern schließlich seinen Dienst um 9 Uhr beendete, hatte er 20 Patienten behandelt. Darunter war mit nicht vertragenem Alkoholkonsum nur ein Fall, der unmittelbar mit den Feiern zum Jahreswechsel zu tun hatte.

"Für die Ortsfeuerwehr Zerbst gab es in der Silvesternacht nichts zu tun."

Ortswehrleiter Steffen Schneider

Für die Kameraden der Ortsfeuerwehr Zerbst ist bislang kaum eine Silvesternacht ohne Einsätze vergangen. Deshalb rechnen sie am 31. Dezember stets aufs Neue damit, dass der Pieper losgeht. "Eine zentrale Bereitschaft gibt es nicht, jeder ist privat feiern, hält sich aber etwas zurück", erklärt Ortswehrleiter Steffen Schneider mit Blick auf den Genuss alkoholischer Getränke.

Noch allgegenwärtig unter den Kameraden ist der Brand in einer Wohnung, zu dem sie mal zu Silvester gerufen wurden. "Kinder sind mit Wunderkerzen an den Weihnachtsbaum gekommen", beschreibt Steffen Schneider, wie jener sofort Feuer fing. Durch die beherzte Reaktion der Bewohner konnte Schlimmeres verhindert werden. Den Rest übernahmen die Blauröcke. "Das war auf der Zielgeraden zur Jahreswende." Da kommt es mitunter vor, dass der Ortswehrleiter an Silvester bei einer Flasche Bier den Einsatzbericht schreibt und notiert, wann sie mit wieviel Kameraden und welchen Fahrzeugen zu brennenden Papierkörben oder Containern ausgerückt sind.

2014 klang für die Zerbster Wehr jedoch entspannt aus. Nicht einmal wurden sie alarmiert. "Damit schließen wir das Jahr mit 130 Einsätzen ab", bemerkt Steffen Schneider.

 

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