So einen langen Winter wie in diesem Jahr erlebte Mitteldeutschland lange nicht. Die Farbe weiß bestimmt seit dem 30. Dezember das Bild. War es anfangs noch eine angenehme Abwechslung, schlagen das trübe Wetter, der Matsch und die Kälte langsam aufs Gemüt. Besserung scheint erst in der ersten Märzwoche in Sicht. Dann sagen die Meteorologen tagsüber ungewohnte zehn Grad Celsius voraus.

lenks und des Schenkelhalses.

" Alle Patienten mit glättebedingten Verletzungen konnten versorgt werden. Keiner musste wieder weggeschickt oder verlegt werden ", so die Ärzte. Allerdings musste manche Operation etwas zeitverzögert durchgeführt werden, wenn zu viele Unfälle auf einmal zu versorgen waren. Es traten aber keine Engpässe auf.

Mit Blick auf das Winterwetter hat die Klinik vorsorglich einen Vorrat an Implantaten und OP-Instrumenten für die Versorgung von Unfallverletzungen geschaffen, damit die Versorgung der Patienten auch weiterhin in vollem Umfang gesichert ist.

Nach einer ersten Statistik der Polizei ging beispielsweise auch die Zahl der Unfälle auf den Straßen in den vergangenen Wochen nach oben. " Wir hatten im Januar 2010 mehr Verkehrsunfälle als im Vergleichsmonat des Jahres 2009 ", schätzte gestern der Leiter des Revier-Verkehrsdienstes, Uwe Platz, ein.

Viele Unfälle gingen auf die Witterung des Winters zurück. " Was auffällt : Im Januar 2010 gab es weniger Verletzte bei Unfällen als im Januar 2009 ", so der Polizist. Daraus ist zu schließen, dass es sich bei den meisten Zusammenstößen um sogenannte Bagatellunfälle mit Blechschäden handelt. " Das ist richtig. Viele Unfälle, die wir derzeit auf dem Tisch haben, sind einfach nur Kratzer oder abgefahrene Spiegel ", erklärt Uwe Platz. Die Begründung für die vermehrten Unfälle mit leichtem Sachschaden liegen für den erfahrenen Ermittler auf der Hand : " Der Schnee wird vielfach vom Fußweg auf die Straße geschoben. Dort liegen nur hohe Wälle und engen den Fahrraum immer weiter ein. So kommt es häufiger, dass die Breite der Straße einfach nicht mehr ausreicht und sich zwei Fahrzeuge berühren. "

Die gleiche Beobachtung haben auch die Angestellten der Anhalt-Bitterfelder Kreiswerke gemacht, die jeden Tag mit ihren schweren Müllfahrzeugen im Gebiet unterwegs sind, um die vollen Tonnen abzuholen. " An manchen Stellen ist der Schneeberg zwischen Straße und Weg so groß, dass unsere Leute gar nicht die Müllcontainer zum Fahrzeug schieben können ", weiß Heike Tauber, Prokuristin der Kreiswerke.

Dass sich die Fahrzeuge festfahren, vor allem in Anliegerstraßen, die vom Winterdienst nicht befahren werden, sei noch normal. Auch, dass der Inhalt der Tonnen festfriere. " Dieses Problem haben wir ja in jedem Jahr, aber diesmal besonders ", erklärt Heike Tauber. Sie rät : im Restmüllbehälter den Müll in der Plastetüte belassen und in die Biotonne hin und wieder einige Lagen Küchenpapier einlegen. Das verhindert das Festfrieren des Inhalts zu großen Klumpen.

Leichte Freude bei den Stadtwerken Zerbst

Leichte Freude über den strengen Winter herrscht indes bei den Stadtwerken Zerbst, die die Fernwärme an ihre Kunden verkaufen. " Wir fahren seit Wochen eine konstante, sehr gute Leistung ", betont Wolfgang Ganzer von den Stadtwerken gestern. Das Biokraftwerk und die Blockheizkraftwerke laufen ohne Probleme rund um die Uhr. " Wenn wir Heizspitzen haben, stehen uns auch noch zwei Öl- beziehungsweise Gaskessel zur Verfügung ", so der Experte.

Was sich viele jetzt wünschen : Wann wird aus dem Weiß endlich wieder Grün ? " Es wird milder ", verspricht Gunter Claus vom Deutschen Wetterdienst Magdeburg. Ab Ende der Woche werden bereits durchgängig Plusgrade erreicht, so dass Schnee und Eis langsam schmelzen können.