Anders als die Ortschaft Möckern gehört die Ortschaft Loburg zu einer Liste von regional bedeutsamen Standorten für Kultur- und Denkmalpflege in der Planungsregion Magdeburg. Ursache dafür ist eine Klosterruine, um die sich in Loburg kaum jemand kümmert.

Loburg l Einen neuen Regionalen Entwicklungsplan (REP) wird es wohl nicht vor 2018 geben, schon jetzt aber stehen einige Texte des Entwicklungsplanes für die Region Magdeburg, zu der auch das Jerichower Land gehört, im Internet. In seiner Bedeutung hervorgehoben wird in einer Auflistung das Baudenkmal der Kirchenruine "Unser Lieben Frauen" (1190), welches Bestandteil der Straße der Romanik ist. "Durch geeignete Maßnahmen ist dieser Ort in seiner historisch-religiösen Bedeutung zu erhalten", heißt es in dem Entwurf.

Die Loburger Ruine ist jedoch in Loburg zumeist nur dann Thema, wenn im Ortschaftsrat bemängelt wird, dass Feldsteine aus dem Mauerwerk fallen und keine Reparaturmaßnahmen erfolgen. Die Stadt begründet dies mit damit verbundenen Kosten und fehlenden Zuweisungen.

Die vielen anderen denkmalgeschützten Gebäude der Region tauchen in dem Text der Regionalen Planungsgemeinschaft nicht auf. Einzelne Bemühungen, in die touristisch wirksame "Straße der Romanik" aufgenommen zu werden scheiterten. Stadtbürgermeister Frank von Holly bedauerte, dass es auch nicht möglich sei, im Zusammenhang mit der Straße der Romanik auch vergleichbare Stätten auszuschildern, die nicht direkt Bestandteil der Romanikstraße sind, etwa die romanische Dorfkirche Zeddenick.

Auch andere Orte genannt

Möglicherweise wird die neue Straße der spätgotischen Flügelaltäre touristische Auswirkungen haben. Derzeit läuft die touristische Vermarktung der Kirchen mit Flügelaltären aus der Zeit der Romanik.

Auch an anderer Stelle im Text zum Regionalen Entwicklungsplan tauchen Möckeraner Ortschaften auf: Als eines der Vorbehaltsgebiete für Tourismus und Erholung von regionaler Bedeutung wird der östliche Burger Vorfläming festgelegt: Hier heißt es: "Im östlichen Burger Vorfläming werden die Kiefernforste immer wieder von Laub- und Laubmischwäldern durchbrochen, die das Bild abwechslungsreich, naturnah und erholungswirksam gestalten. Insbesondere die Waldgebiete bieten sich für ausgedehnte Wanderungen an, auf denen die unterschiedlichen Waldgesellschaften und -strukturen kennengelernt und verglichen werden können. In den nahe gelegenen Dörfern Ringelsdorf, Theesen oder Hohenziatz können die spätromanischen Feldstein-Dorfkirchen aus dem 13. Jahrhundert besichtigt werden".

Das Land Sachsen-Anhalt weist eine Vielzahl von Kulturdenkmalen auf, die gemäß Denkmalschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt geschützt sind. Im Regionalen Entwicklungsplan der Planungsregion Magdeburg werden, neben den denkmalschutzrechtlich gesicherten Objekten und Anlagen, Standorte festgelegt, die eine besondere identitätsstiftende Funktion für die Region Magdeburg aufweisen. Neben der Landmarkfunktion sei die historische Bedeutung, die Architektur, die Einsehbarkeit sowie die Gewährleistung der Zugänglichkeit von Bedeutung, heißt es weiter. Daneben sei die Frequentierung von Besuchern ausdrücklich erwünscht.

www.regionmagdeburg.de