Deutlich über den Erwartungen lag die Teilnahme am ersten Blutspendetermin 2015 in Zerbst. Über 70 Frauen und Männer konnte das Team des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) begrüßen. Unter ihnen befanden sich neben vielen "Wiederholungstätern" ebenfalls einige Erstspender.

Zerbst l "Man macht es einfach." Für Silvana Rösch ist es völlig selbstverständlich, Blut zu spenden. Neben ihr auf der Pritsche liegt Tobias Albert und lässt sich ebenfalls den tiefroten Lebenssaft aus den Adern pumpen. "Nach einem Unfall bin ich selbst mal auf eine Transfusion angewiesen gewesen", nennt er seinen Beweggrund. Und die beiden sind längst nicht die einzigen, die es am Mittwoch zwischen 16 und 20 Uhr in die Zerbster Ganztagsschule Ciervisti zieht. Dort führt das DRK den ersten Blutspendetermin 2015 in der Rolandstadt durch.

Die Resonanz zum Jahresauftakt fällt erfreulich aus. "50 Spender waren geplant, letztlich hatten wir 76, darunter acht Erstspender", zieht Peter Stoye am Ende das Fazit. "Zufrieden bin ich nie, es könnte immer besser sein", gesteht der Geschäftsstellenleiter des DRK in Zerbst. Doch für den Anfang ist die Menge nicht schlecht. "Fürs neue Jahr nehmen sich viele Leute was vor und da steht Blutspenden ganz oben", weiß Stoye.

"Es ist schön, wenn man zu Beginn des Jahres eine gute Tat macht", sagt Holger Lüdicke. Er gehört zu den "Wiederholungstätern" und das im äußerst positiven Sinn. An diesem Nachmittag spendet er zum 50. Mal Blut. Als Anerkennung für diese unschätzbare Bereitschaft überreicht ihm Peter Stoye nebst einem Gutschein und einer Flasche Sekt die mit einer Urkunde verbundene Ehrennadel in Gold mit goldenem Lorbeerkranz.

"Man hilft", erklärt Holger Lüdicke nach kurzem Überlegen, weshalb er sich regelmäßig eine Nadel in die Armbeuge stechen lässt. "Ich habe besonders große Venen, da freuen sich die Schwestern immer", ergänzt er schmunzelnd. Persönlich habe er bislang zwar noch keine Blutspende benötigt, aber andere in seiner Familie brauchten durchaus schon eine Transfusion.

Das erste Mal, dass Holger Lüdicke sich gut 500 Milliliter des unersetzlichen Lebenssaftes abnehmen ließ, ist inzwischen eine ganze Weile her. "Das war damals im Betrieb", erinnert er sich. Später in Berlin nahm er ebenfalls Termine zur Blutspende wahr - "und seit 2001 wieder hier in Zerbst". zu dem Zeitpunkt begann auch die neue Zählung. Eigentlich schätzt Holger Lüdicke, dass er mittlerweile insgesamt vielleicht auf 100 Spenden kommt.

Auf solch uneigennützige Menschen setzt das Rote Kreuz. Leider nimmt die Zahl der Erstspender in der Region immer weiter ab. In seiner Statistik für 2011 hat Peter Stoye noch 130 erfasst, 2012 waren es 119, bevor 2013 mit nur 59 der drastische Einbruch folgte. Zumal: "Wenn von zehn Erstspendern zwei dauerhaft Blut spenden, bin ich glücklich", sagt der Geschäftsstellenleiter.

In diesem Jahr plant er, mit seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern zu 33 Terminen auszurücken - 14 davon allein ein Zerbst. Aber auch in Güterglück oder Grimme beispielsweise übernehmen sie die Betreuung und Versorgung der Spender. Ob sie wieder in Lindau sein werden, ist offen. "Hier suchen wir neue Räumlichkeiten", sagt Stoye. Denn das Blutspendemobil rückt nur in Orte aus, wo mindestens 40 Spender pro Termin kommen - in Lindau waren es 2014 im Schnitt bloß 30.

Bilder