Der langjährige Wehrleiter Heiko Bergfeld ist nicht mehr Leiter der Deetzer Ortsfeuerwehr. Am Sonnabend votierten die Kameraden einstimmig für Denis Hofmann, der den Posten nun übernimmt.

Deetz l Ganz ohne Pathos ging es dann doch nicht: Als Ortswehrleiter Heiko Bergfeld am Ende seines Berichtes bei der Jahreshauptversammlung der Deetzer Ortsfeuerwehr angekommen war, sagte er: "Ich stehe hier das letzte Mal als euer Ortswehrleiter zur Jahreshauptversammlung vor euch".

Weil ihn seine Aufgaben als Kreisbrandmeister und als Leiter des Ausbildungverbandes sehr in Anspruch nehmen, habe er sich zu diesem Schritt entschieden. Er wolle lieber zwei Sachen ganz und nicht drei teilweise machen. Seit 1987 hat Heiko Bergfeld die Berechtigung, in der Wehrleitung Verantwortung zu übernehmen. Ab diesem Tag war er als stellvertretender Wehrleiter in der Deetzer Truppe tätig. Zuerst unterstützte er Wolfgang Piskol, dann Wolfram Thiele und er stand Uwe Lehmann zur Seite. 2008 übernahm er die volle Verantwortung der Deetzer Brandbekämpfer.

Ab Mai leitete er zunächst kommissarisch die Geschicke, dann wurde er von seinen Kameraden gewählt und am 6. Dezember berufen. Wenn die Wahl und die Berufung seines Nachfolgers amtlich sein werde, werde er mehr als 28 Jahre in der ersten Reihe seiner Heimattruppe gestandenen haben. Vieles habe er erreichen können, resümierte er. Er zählte nur exemplarische einige Errungenschaften auf und erinnerte an den ersten B 1000 der Truppe, die Anschaffung des Rüstwagens und die Errichtung des neuen Feuerwehrgerätehauses. Gleichzeitig mahnte er auch, dass noch nicht alles erledigt sei. Ein Tanklöschfahrzeug und ein Hilfeleistungslöschfahrzeug müssen angeschafft werden. Baulich muss der Vorplatz vor dem Gerätehaus befestigt und ein Parkplatz angelegt werden.

"Die Feuerwehr in Deetz bleibt immer meine Feuerwehr"

Heiko Bergfeld, scheidender Ortswehrleiter in Deetz

Obwohl es auch viel Schatten in den vergangenen Jahrzehnten gab, habe die Arbeit ihm immer Freude gemacht. Er bedanke sich bei allen, die ihn während der vielen Jahre begleitet haben. Er wisse, dass er nicht immer einfach gewesen sei und vieles vielleicht auch nur erreicht habe, weil einige Leute Ruhe vor ihm haben wollten, sagte er schmunzelnd.

Ein Umstand, den auch Stadtwehrleiter Jürgen Dornblut bei seinen Grußworten bestätigen konnten. "Wo man dich vorn rausgeschmissen hat, bist du hinten wieder rein." Doch wer etwas bewegen wolle, müsse sich auch bewegen, zitierte Dornblut das Motto des Ortswehrleiters. Das habe die Wehr auch zu einer der besten in der Stadt gemacht, lobte Dornblut.

Es falle ihm nicht leicht, als Wehrleiter zurückzutreten. Eine gehörige Portion Wehmut sei dabei, wenn er nicht mehr Wehrleiter "seiner Feuerwehr" sei. "Die Feuerwehr in Deetz bleibt immer meine Feuerwehr, eine der besten Feuerwehren der Welt", schloss Bergfeld seine Rede und für einen kurzen Moment wurde dem stämmigen Wehrleiter die Stimme brüchig.

Danach übernahm er jedoch sofort die Aufgabe des Wahlleiters. Schließlich galt es, einen neuen Leiter in Deetz zu bestimmen. Die Übergabe schien dabei gut vorbereitet zu sein.

Es gab genau einen Bewerber für den Posten des Ortswehrleiters. Denis Hofmann hatte sich dazu bereiterklärt. Gleichzeitig stand Norman Wilzek für den Posten des Stellvertreters zur Wahl. Die beiden 37-Jährigen sind seit 1996 und 1997 Mitglied der Truppe und verfügen sowohl über die nötige Qualifikation als auch über den notwendigen Rückhalt in der Truppe. Beide wurden mit 27 Stimmen der 27 anwesenden von 31 Wahlberechtigten gewählt.

Es seien große Fußstapfen, in die er da trete, sagte Hofmann nach der Wahl seinen Kameraden. Er hoffe, dass mit der Hilfe der Feuerwehrleute die Aufgabe ebensogut erfüllen könne und das Niveau der Truppe weiterhin so hoch halte. "Und ich hoffe auch, dass du uns auch weiter beratend zur Seite stehst", richtete Hofmann an seinen Vorgänger.

Der bejahte das und sagte, dass er schließlich nur als Wehrleiter zurücktrete und nicht aus der Feuerwehr aus. Zudem sollen Hofmann und Wilzek nicht seinen Spuren folgen, sondern eigene hinterlassen.

Sobald der Kreisbrandmeister die Wahl anerkannt habe, können die beiden Deetzer in ihre Posten berufen werden. Dass dem nichts in Wege stehe, da ist sich Bergfeld ziemlich sicher. "Zum Kreisbrandmeister habe ich einen ziemlich guten Draht", meinte er augenzwinkernd.