Steutz war gesucht in dieser Runde des Heimatfoto-Rätsels. Zu sehen ist die Friedenseiche, die die Zeiten überdauert hat.

Steutz l Pünktlich um 11 Uhr klingelte am Donnerstag das Telefon mit Gerhard Enzenberg am anderen Ende der Leitung. "Da ist mein Haus drauf", meldete sich der Steutzer, jedenfalls eine Ecke davon. Wenn er aus dem Fenster blickt, schaut er genau auf die Friedenseiche, die auf dem historischen Foto noch mit Umzäunung zu sehen ist. Er wurde 1949 in dem Haus geboren und ist bis heute dort zu Hause. Das Foto müsste aus der Zeit 1934/35 stammen, glaubt er. 1932 sei der Konsum, der am Ende der Friedensstraße auf dem Bild zu sehen ist, gebaut und 1933 das Nachbarhaus aufgestockt worden, so Enzenberg. Die Umzäunung der Eiche müsste in der Phase des Krieges abgebaut worden sein. Die Stufen habe es seiner Meinung nach bis Ende der 60-er Jahre gegeben.

Der nächste, der, wenn er aus dem Fenster guckt, die Friedenseiche sehen kann, war Hilmar Dieckmann aus Steutz. Er erzählte von der Buswartehalle, die früher da stand, und dass heute der Steutzer Weihnachtsmarkt an der Eiche stattfindet.

"Ich bin da groß geworden", beteiligte sich auch Brigitte Krüger am Heimatfoto-Rätsel. "Das ist unser Platz gewesen", erinnerte sie sich. Da habe man sich getroffen, so die Steutzerin, die seit 1971 in Zerbst lebt.

Als verlässlicher Anrufer beim Heimatfoto wusste auch Siegfried Schellin aus Güterglück die Friedenseiche nach Steutz zuzuordnen. Er sei oft genug da gewesen, als er beim Bauhof der Verwaltungsgemeinschaft arbeitete.

Von der Bushaltestelle zu DDR-Zeiten, wo man sich oft genug aufhielt, um zur Arbeit zu fahren, erzählte die Steutzerin Brigitte Bergt. Bis 1958 war auch Reimund Fuhrer in Steutz zu Hause. Er sei dort groß geworden, so der Anrufer, der seit 1963 in Zerbst lebt. "Wir haben dort Völkerball gespielt", wusste er zu berichten.

Keine Frage konnte der Steutzer Willi Stiehl die Friedenseiche seinem Ort zuordnen. Die Umzäunung wurde während des Krieges abgebaut, zum Einschmelzen, wahrscheinlich für die Waffenproduktion.

Harald Neupert aus Zerbst machte am Donnerstag auf dem Rückweg von Dessau extra einen Abstecher über Steutz, um sicherzugehen, dass er mit Steutz als Lösung für das Heimatfoto-Rätsel richtig lag. Als Fahrer eines Kleinbusses sei er öfter da langgefahren, auch als Klempner sei er vor Ort gewesen. Schließlich meldete sich Gerda Oelschläger aus Leitzkau, um Steutz zu identifizieren. "Ich kam 1961 als Junglehrer nach Steutz", gab sie an. Jeden Tag sei sie auf dem Weg zur alten Schule an der Eiche vorbeigekommen.

Als Gewinner unter allen Anrufern wurde Gerhard Enzenberg ausgelost. Er kann sich einen tollen Rucksack in der Zerbster Volksstimme-Redaktion auf der Alten Brücke, über der Sparkasse, abholen.

Die Steutzer Friedenseiche, auch Kaisereiche, wurde 1898 vom Krieger- und Militärverein Steutz-Rietzmeck zu Ehren Kaiser Wilhelm I. auf dem Dorfplatz vor der Kirche gepflanzt.

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