Mehrere hundert Gäste kamen am Freitag zum Neujahrsempfang des Zerbster Bürgermeisters. Dieser begrüßte alle persönlich und blickte in einer kurzen Rede auf 2014 zurück und auf 2015 voraus.

Zerbst l Mit einer Engelsgeduld und stets freundlich begrüßte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) jeden Gast zum Neujahrsempfang persönlich mit einem Handschlag. Bei der Masse der Besucher, die am Freitagabend der Einladung des Bürgermeisters gefolgt waren, war das eine langwierige Aufgabe. Vertreter der Wirtschaft, der Feuerwehren, der Polizei und Verwaltung, Freunde, Kulturschaffende, Partner, Sponsoren und viele alte Bekannte und Wegbereiter der Rolandstadt trafen in der Stadthalle ein. So viele seien es noch nie gewesen, mutmaßten einige. Ein Zeichen dafür war wohl auch, dass es kurzzeitig keinen Begrüßungssekt für einige Gäste gab, weil wohl keine Gläser mehr da waren.

So verschob sich der Anfang der Rede des Gastgebers etwas nach hinten. Die fiel aber auch so kurz aus, wie Dittmann es am Anfang versprochen hatte. Dittmann eröffnete seinen Ausblick auf das Jahr mit etwas Ermutigendem. "Wir sind zwar weit entfernt davon, sorglos agieren zu können, aber wir brauchen uns auch nicht zu verstecken. Unsere Steuerhebesätze liegen teilweise deutlich unter denen unserer Nachbarkommunen, die Kaufkraft je Einwohner liegt über dem Landesdurchschnitt, sogar über dem Durchschnitt aller neuen Bundesländer." Zerbst könne sich auf eine gut ausgebaute Infrastruktur von Kindertagesstätten, Schulen, Sportstätten, Kultur- und Sozialeinrichtungen stützen. Dank des Unternehmertums und der damit verbundenen Steuereinnahmen sei die Ausgangslage sehr gut. "Ich werde im Februar dem Stadtrat deshalb einen ausgeglichenen Haushaltsentwurf zur Diskussion unterbreiten können", verkündete der Bürgermeister.

2015 bringe die Umstellung der Verwaltung auf die Doppik mit sich. Baulich geht es mit der Bauplanung für die Neuerrichtung der Jannowitzbrücke, mit der Sanierung der Stadtmauer im Bereich Klosterhof, der Schaffung eines "Park and Ride"-Angebots am Bahnhof und der Sanierung der Regenwasserkanäle weiter voran. Beim Brandschutz werde die Palette von Maßnahmen in der Lindauer Grundschule bis zu Feuerlöschteichen und Ausrüstungstechnik der Wehren reichen. "Für die Schaffung einer Breitbandversorgung in Stadt und Land wird 2015 die Ausschreibung erfolgen."

Kulturell stehen mit den 50. Zerbster Kulturfesttagen und den 13. Internationalen Fasch-Festtagen zwei Höhepunkte in diesem Jahr an. "Darüber hinaus geht die Gewerbefachausstellung vom 8. bis 10. Mai in die 24. Auflage. Katharina II. und Luther sind und bleiben zudem die Leuchttürme des Tourismus." Gedacht wird im Rahmen der Fasch-Festtage sowie mit einer Ausstellung im Museum auch dem 70. Jahrestag der Bombardierung der Stadt.