Stolze 52 Mitglieder zählt die Volkssolidarität-Ortsgruppe Gödnitz / Flötz seit ihrer jüngsten Zusammenkunft. Unterstützt von Radsportlegende " Täve " Schur gelang es der Vorsitzenden Ursula Friedrich an dem vergnüglichen Nachmittag, Günter Beister anzuwerben. Dieser stimmte bei der anstehenden Vorstandswahl gleich mit ab.

Gödnitz. Ausgelassene Stimmung herrschte in der Gaststätte " Zur Linde " in Gödnitz. Dort fand die jüngste Zusammenkunft der Ortsgruppe ( OG ) Gödnitz / Flötz statt. Während die Frauen an einer Tafel saßen, hatten es sich die Männer an einem separaten Tisch bequem gemacht. Zu ihnen gesellte sich Gustav-Adolf " Täve " Schur, der sich sichtlich wohl fühlte. " Wir sind glücklich, dass es heute geklappt hat ", freute sich Ursula Friedrich über die Anwesenheit der Radsportlegende. Zugleich begrüßte die OG-Vorsitzende den in Gödnitz wohnenden früheren Motocross-Fahrer Günter Beister, der mit " Täve " befreundet ist und von Ursula Friedrich von Anfang an charmant als neues Mitglied umworben wurde.

Bis zu diesem Mittwochnachmittag zählte die OG Gödnitz / Flötz beachtliche 51 Mitglieder. " Ich bin froh, dass wir in unserer Ortsgruppe so viele Männer haben ", berichtete Ursula Friedrich, dass den 35 Frauen bis dato 16 Männer gegenüberstanden. Erst vergangenes Jahr konnten drei neue Mitglieder gewonnen werden. Zwei sollen es 2010 werden. Das Ziel hat Ursula Friedrich als Verbandskoordinatorin selbst an alle Ortsgruppen im Zerbster Bereich des Regionalverbandes Elbe-Saale zu Jahresbeginn herausgegeben.

Um Günter Beister zum Beitritt zu bewegen, schilderte sie die vielfältigen Aktivitäten der OG Gödnitz / Flötz. Diese trifft sich jeden Monat einmal. Dann stehen informative Vorträge zu verschiedenen Themen auf dem Programm. " Pensionierte Polizisten warnen vor Gefahren " heißt es zum Beispiel jetzt im April. Bereits im Januar hielt der Hobbyhistoriker Helmut Hehne einen Dia-Vortrag über Zerbst.

" Außerdem haben wir drei Höhepunkte geschaffen, zu denen wir auch umliegende Ortsgruppen einladen ", informierte Ursula Friedrich. Dazu gehören alljährlich das Spargelfest, das Sommerfest und die Adventsfeier. Darüber hinaus beteiligen sich die OG-Mitglieder an den überregionalen Veranstaltungen der Volkssolidarität in der Zerbster Stadthalle und unternehmen jedes Jahr zwei Tagesfahrten. 2009 erkundeten sie bei einer Kanu-Fahrt den Spreewald und genossen die Likörverkostung bei ihrer Tour in den Hohen Fläming. Im Sommer soll es nach Brück zu den " Titanen der Rennbahn " gehen.

Erfreut stellte Ursula Friedrich fest, dass inzwischen alle ihren Mitgliedsbeitrag per Abbuchung entrichten. " Das gibt uns mehr Zeit für Gespräche bei Besuchsdiensten. " Zu runden Geburtstagen und Jubiläen schauen die Frauen vom Vorstand bei den Mitgliedern vorbei, vor allem absolvieren sie Krankenbesuche. In der Weihnachtszeit werden liebevoll Weihnachtstüten für die kranken Senioren gepackt und ihnen vorbeigebracht. Selbst die hochbetagten und ans Haus gebundenen Mitglieder seien der OG Gödnitz / Flötz treu geblieben, erzählte die Vorsitzende. " Das bestärkt uns sehr in unserem Handeln und diese Mitglieder wissen, sie gehören zu uns, sie sind nicht alleingelassen. "

Zum sozialen Engagement der Ortsgruppe gehörte 2009 ebenfalls, dass sie dem gebürtigen Flötzer Walter Wallwitz den Besuch seines Heimatdorfs ermöglichte. Von den Rücklaufgeldern der Haus- und Straßensammlung ( die Hälfte verbleibt in der OG ) wurde der Transport des auf den Rollstuhl angewiesenen Mannes organisiert, der jetzt im Zerbster Alten- und Pflegeheim Am Plan lebt. Zudem finanzierte die Gruppe einen Großraumkochtopf für die Zerbster Kindertafel. Nicht unerwähnt ließ Ursula Friedrich, dass die Gemeinde die Ortsgruppe bislang im Jahr mit 400 Euro für die Seniorenarbeit unterstützt hat.

Mit der turnusmäßigen Vorstandswahl stand an diesem Nachmittag noch ein formeller Akt an, der allerdings rasch erledigt werden konnte. Denn das komplette, inzwischen seit 2002 aktive Führungsquartett erklärte sich bereit, seine Arbeit fortzuführen. Einwände gab es dagegen nicht. Im Gegenteil. Einstimmig wählten die Mitglieder Ursula Friedrich, Ingrid Zähle, Margit Grey und Helga Bartsch für weitere vier Jahre in den Vorstand. Mit Rosen bedankte sich Ursula Friedrich bei ihren Mitstreiterinnen für ihren ehrenamtlichen Einsatz. " Wir freuen uns, dass du die Ortsgruppe leitest. Du hast immer gute Ideen ", gab Margit Grey das Dankeschön postwendend zurück. " Ich mache es liebend gern ", entgegnete Ursula Friedrich.

Interessiert verfolgte " Täve " Schur das Geschehen. Er würdigte die lokale Verbandsarbeit. " Das bringt Leben in den Ort und hält die Alten bei der Stange ", erklärte der 79-Jährige anerkennend und an Günter Beister gewandt betonte er : " Es ist eine Ehre, zu den Alten zu gehören. " So unterzeichnete Günter Beister gegen Ende der Veranstaltung den Antrag auf Mitgliedschaft in der Volkssolidarität. Zuvor plauderte " Täve " Schur locker und humorvoll aus seinem ereignisreichen Leben, wobei er immer wieder den ernsthaften Bezug zu aktuellen Themen, wie den Krieg in Afghanistan oder die sinkenden Kinderzahlen, herstellte.