"Wolle spinnen - eine alte Technik" hieß es zum Auftakt der Veranstaltungsreihe 2015 in der Aktivwerkstatt des Nuthaer Kornmuseums. Einige interessierte Frauen ließen sich zeigen, wie mit dem Spinnrad umzugehen ist.

Nutha l Sonnabendnachmittag 14 Uhr, die Türen zum Kornmuseum Nutha stehen offen. Auf der großen Tafel in der Aktivwerkstatt liegen Vliese und Wolle in vielen Farben, ganz weich und weniger weich. Da, wo Platz ist, sind ein paar Spinnräder aufgebaut. Auf dem Tisch liegen andere merkwürdige Arbeitsgeräte. Erwartungsvoll haben ein paar interessierte Frauen Platz genommen.

Spinnen ist ein altes Handwerk und als neues Hobby heutzutage im Trend. Doch so leicht, wie es bei den erfahrenen Spinnerinnen aussieht, die am Rad sitzen, locker mit dem Fuß treten und dabei munter plaudern, ist es nicht. Auch Spinnen will gelernt sein. Dazu waren als Expertinnen Heidi Rühlich und Monika Sauer vom Ostelbischen Spinnkreis im Kornmuseum zu Gast, um Anleitung zu geben.

Heute sei es schwierig, gutes Material zum Handverspinnen zu finden, erläuterte Heidi Rühlich. Ganz vielfältig sind jedoch die Möglichkeiten - meist wird Schafwolle versponnen, auch Alpakawolle, Angorakaninchen, Flachs und Hundehaare werden verwendet. Auf die Qualität kommt es an. Ist ein Vlies vorhanden, geht es an die Vorbereitung - waschen, kardieren, kämmen sind angesagt. Das macht eine ganze Menge Arbeit. "Bis man mit dem Spinnen anfangen kann, ist es ein weiter Weg", so Heidi Rühlich.

Fühlproben mit unterschiedlichem Material reichte Monika Sauer herum. Am besten sei es, zur Schur zu gehen und sich selber auszusuchen, was man davon haben möchte, hat sie die Erfahrung gemacht. Da wisse man dann auch ganz genau, wo die Wolle herkommt. Auch bei der Farbe kann man in der Natur bleiben. Brennnessel, Eichenblatt, Apfel, Pilze, Nüsse, Färberkamille und viele andere Pflanzen er- geben interessante Farben. Doch das wäre ein Kapitel für sich ...

Los legen durften die Frauen in Nutha mit dem Kardieren. Ob mit der Hand oder der Kardiermaschine geht es da-rum, die Haare alle in eine Richtung zu bekommen. Durch Kämmen wird das Ergebnis noch besser. Doch noch immer ist das Spinnrad nicht im Spiel. Wer mit dem Spinnrad spinnen will, der sollte erst mit der Handspindel lernen, machte Monika Sauer deutlich. Das durfte probiert werden und schließlich auch das Spinnrad.

Während sich die absoluten Neulinge schwer taten, einen Faden auf die Spule zu kriegen, surrten die Spinnräder von Adelheid und Corinna Mangelsdorf. Die beiden Frauen machen auch beim Ostelbischen Spinnkreis mit. Sie hatten ihre Spinnräder mit nach Nutha gebracht.

Adelheid Mangelsdorf ist mit dem Spinnen schon von Hause aus vertraut. Hinschauen muss sie eigentlich nicht, wenn sie spinnt, das geht ganz von alleine. Für ihre Tochter fand sich noch ein Spinnrad bei der Nachbarin. Sie hatte sich die Technik abgeschaut, quasi selber beigebracht. Spinnen sei einfach entspannend, findet Corinna Mangelsdorf. In der Regel spinnt sie nur, wenn sie zu den Treffen des Spinnkreises fährt. Irgendwann kommt dann auch mal genug Wolle heraus, um etwas daraus zu fertigen.

Das sei das Schöne, wenn man am Ende das eigene Produkt in den Händen hält, findet Monika Sauer. Wolle müsse auch nicht so oft gewaschen werden. Da fielen Heidi Rühlich ihre ersten echten Norwegersocken ein, die sie erst nach sechs Wochen waschen sollte. Solange sollten sie eingelaufen werden...

Wer mehr zu Wolle und Folgeerscheinungen wissen will, der sollte am Sonntag, 1. Februar, in die Schauschmiede nach Steutz kommen. Dort werden bei einem "Wolllustnachmittag" ab 14 Uhr wieder die Spinnräder der Frauen vom Ostelbischen Spinnkreis surren, und es geht um verschiedene Handarbeitstechniken.

Bei der nächsten Veranstaltung im Kornmuseum Nutha stehen am Sonnabend, 31. Januar, Traumfänger auf dem Programm. Die können unter Anleitung ab 14 Uhr in der Aktivwerkstatt gebastelt werden.

 

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