Zu einem kleinen Neujahrsempfang wird alljährlich in Deetz geladen. Ortsbürgermeister Ulrich Weimeister ließ das vergangene Jahr Revue passieren und gab Aus-blicke auf die bevorstehende Zeit.

Deetz l Ein paar Interessenten hätten es ruhig mehr sein können am vergangenen Freitagabend zum Deetzer Neujahrsempfang. Aber so fanden alle Gäste, darunter auch der Deetzer Bundestagsabgeordnete Kees de Vries (CDU) und seine Frau, Platz an den liebevoll gedeckten Tischen im Raum des Deetzer Heimatvereins.

Mit einem Glas Sekt wurde angestoßen, bevor Ortsbürgermeister Ulrich Weimeister das Wort ergriff. "Die 700-Jahrfeier war recht schön und wurde mit viel Engagement gestaltet", blickte er auf den Höhepunkt 2014 zurück. Man habe einen Stein zum Andenken gesetzt, der wohl schon ein paar tausend Jahre in Deetz gelegen hat. Weimeister dankte noch einmal der Jagdgenossenschaft, die die Beschriftung gesponsert hatte.

"Wir sind ein gut funktionierendes Dorf", setzte Weimeister fort. Eine gute Infrastruktur, viele Firmen und Einrichtungen, die ein Dorf ausmachen, seien vorhanden. Nur eines werde vermisst: eine richtig funktionierende Gaststätte im Ort. Der Ortsbürgermeister hegte außerdem die Hoffnung, dass für das Objekt Jugendseeheim eine Nutzung gefunden werden kann.

Als "auf gutem Weg" bezeichnete Ulrich Weimeister die Erdgaserschließung des Dorfes. Hier dankte er den Bauleuten, die "einen guten Job machen". Über der Gasversorgung werden auch gleich Leerrohre verlegt, die später für DSL gebraucht werden, informierte Weimeister. Es wäre paradox, wenn die Rohre nicht gleich mit verlegt werden würden, da die Schächte einmal ausgehoben sind. In den nächsten Tagen werde man auch erfahren, welche Dörfer als nächste mit DSL versorgt werden, kündigte er an und ist für 2016 optimistisch.

DSL würde auch den ansässigen Firmen und Institutionen als auch Privatleuten zu Gute kommen und das Dorf attraktiver machen. Trotz der Prognosen, die einen Einwohnerschwund voraussagen - bis 2024 weniger als 585 Einwohner in Deetz - arbeite man derzeit gegen den Trend, freute sich der Ortsbürgermeister. Es würden Häuser gebaut, alte Häuser werden saniert, es gibt Familienzuwachs.

Deetz hat einiges zu bieten, war wiederholt zu vernehmen. Auch könne man mit "Gallionsfiguren", wie den eigenen Bundestagsabgeordneten, aufwarten. Und Deetz hat den Europa-Jugendbauernhof. Ulrich Weimeister: "Hier wird seit 20 Jahren internationale Jugendarbeit geleistet." In Deetz werde Vielfalt gelebt, man akzeptiere Andersartigkeit.

Auch in diesem Jahr werden wieder zwei internationale Workcamps stattfinden, kündigte Ulrich Weimeister an. "Deetz ist Jugend-, Kinder- und Europadorf", konstatierte er. Das könne man als Slogan ruhig heraushängen lassen. In diesem Sinne soll in Deetz auch das Jubiläum 25 Jahre BRD groß gefeiert werden - voraussichtlich am Tag der Deutschen Einheit.

Als vorrangiges Ziel des Ortschaftsrates nannte Weimeister den Ausbau der Dobritzer Straße. Für weitere Vorschläge aus der Bevölkerung sei man nach wie vor offen. Chancen, um in Deetz vielleicht die Orgel und die Kirchenmauer zu sanieren, sieht der Ortsbürgermeister in der neuen Leader-Förderperiode für dörfliche Entwicklung. Auch die energetische Sanierung der Turnhalle habe er da im Sinn. Bestimmte Dinge seien möglich und unter Umständen könne auch etwas in Sachen Heizung in der Aula getan werden ...

Bei angeregten Gesprächen in gemütlicher Runde nahm der Abend seinen Lauf.