Der Naturpark Fläming begeht 2015 sein zehnjähriges Bestehen. Neben dem Jubiläum sind weitere Projekte geplant. So könnte die Realisierung des Wanderwegekonzeptes mit einem Rundweg um Lindau seinen Auftakt erleben.

Zerbst/Ragösen l Seit Jahresbeginn liegt das Wanderwegekonzept für den Naturpark Fläming vor. "Die Umsetzung ist jedoch nur im Rahmen einer Kooperation und mit finanzieller Unterstützung durch Fördermittel möglich", sagt Elke-Andrea Ciciewski. Im Blick hat die Geschäftsführerin dabei die 15 prioritären Wege mit einer Gesamtlänge von rund 175 Kilometern, wobei die Kosten auf 175 000 Euro geschätzt werden. Sie hofft, dass diese von den Lokalen Aktionsgruppen Mittlere Elbe-Fläming und Wittenberger Land in die neu zu erstellenden Leader-Konzepte aufgenommen werden. Damit wäre die Basis für das Fließen von Drittmitteln gelegt. "Diese Anmeldung wird ergänzt durch einen Projektantrag zur Koordinierung des Gesamtvorhabens über mehrere Jahre", bemerkt sie. Der entsprechende Text werde noch erarbeitet.

Gleichzeitig ist der Naturpark dem Aufruf des Landkreises Anhalt-Bitterfeld gefolgt, touristische Projekte einzureichen. "Wir haben den Rundweg um Lindau angemeldet." Elke-Andrea Ciciewski berichtet von einer etwa sechs Kilometer langen Route - unter anderem vorbei an der Burganlage -, für die die Stadt Lindau bereits Vorarbeit geleistet hat und mit der die Realisierung des Wanderwegekonzeptes erprobt werden könnte.

Dies war bei der am Montag in Ragösen stattgefundenen Beratung aber nicht das einzige Thema, mit der sich die Teilnehmer befassten. Neben Naturpark-Mitgliedern konnte die Geschäftsführerin im "Rosenhof" ebenfalls Vertreter der Kommunen begrüßen - für Zerbst beispielsweise die Leiterin der Tourist-Information Viola Tiepelmann. Bei ihr und ihrem Team auf dem Markt ist die Fläming-Radwegekarte erhältlich, die Ende 2014 druckfertig vorlag und genauso zur Sprache kam. Zudem galt das Augenmerk den Lehrpfaden im Naturpark, die man im Zusammenhang mit der Erstellung des Wanderwegekonzeptes näher in Augenschein nahm. "Die Überprüfungen haben ergeben, dass fast alle Lehrpfade sanierungsbedürftig sind beziehungsweise eine inhaltliche Überarbeitung benötigen", konstatiert Elke-Andrea Ciciewski. Dies sei der zweite Arbeitsschwerpunkt, den sich der Naturpark gesetzt hat. "Auch hier ist dringend die Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Träger erforderlich, um Fördermittel zu akquirieren."

Konkrete Gespräche wird es hinsichtlich des Märchenweges in Golmenglin geben, der aufgrund seines ungepflegten Zustandes seit einiger Zeit bewusst nicht mehr beworben wurde. "Der Forstbetrieb Anhalt hat jetzt signalisiert, gemeinsam mit dem Naturpark Lösungen zu diskutieren", erzählt die Geschäftsführerin vom beidseitigen Interesse, die jetzige Situation zu ändern.

Darüber hinaus informiert sie über ein Projekt von Studenten der Hochschule Anhalt. So arbeiten die zukünftigen Landschaftspfleger an einem Konzept für einen Rundweg um Jeber-Bergfrieden, der mit verschiedenen Lehr- und Info-Tafeln versehen sein wird. "Die Finanzierung steht bereits", berichtet Elke-Andrea Ciciewski von fließenden Landesmitteln. "Im Spätherbst soll der Weg fertiggestellt sein."

Derweil ist im März die Eröffnung der Erlebniswiese an der Külsoer Mühle (Stadt Zahna-Elster) geplant. Dort werden andere Naturparke und das Leben auf der Wiese vorgestellt, man kann sich über Strom und Stromtrassen informieren und eine Wildblumenwiese entdecken, während die einstige Mühle heute als Restaurant zum Schlemmen einlädt. "Das ist einen Ausflug wert", wirbt Elke-Andrea Ciciewski.

Am 16. November wird das zehnjährige Bestehen des Naturparks mit einer Festveranstaltung gefeiert. Bereits im Vorfeld, am 11. Oktober, soll das Jubiläum an möglichst vielen Standorten mit unterschiedlichsten Aktionen begangen werden. Alle Vereinsmitglieder sind aufgerufen, bis Ende Februar ihre Vorstellungen zu äußern. Das können Angebote zu Führungen, Wanderungen, offene Türen oder besondere Gerichte sein.