Neben dem Sparkassengebäude waren auch die Volksbank und die Schloßkonditorei am Sonntag von Graffiti-Sprayern heimgesucht worden. An zahlreichen Stellen wurde das Signet " FCM " in verschiedenen Farben auf Glas- oder Naturstein-Fassadenbereiche gesprüht.

Zerbst. " Das ist einfach nur nervig. " Andreas Czaja, Generalbevollmächtigter der Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld und ihr Sprecher, verweist auf die Strafanzeige der Sparkasse bei der Polizei. " Gegen Unbekannt. Was sonst. "

Wieder mal also einer dieser nächtlichen Streifzüge durch die Zerbster Innenstadt. Mit der Morgendämmerung werden an drei Gebäuden in Zerbst – teils mehrfach – drei gesprühte Buchstaben sichtbar : " FCM ". Die Sparkasse auf der Ecke Alte Brücke / Breite hat es besonders hart getroffen : Die Glastüren der Eingänge sind beschmiert, zudem auch Natursteine der unteren Fassadenbereiche.

Vor gut einem Jahr, Mitte Februar 2009, gab es einen sehr ähnlichen Graffiti-Anschlag gegen dasselbe Gebäude. Anfang Mai dann ging Glas zu Bruch. Am 24. Januar dieses Jahres schließlich richteten sich Unbekannte im Selbstbedienungsbereich der Sparkasse über die Nacht häuslich ein. Als sie wieder weg waren, musste die Sparkasse " Vandalismus " anzeigen. Eine Bierflasche war zu Bruch gegangen, Splitter unter anderem in die Führungsschiene der Glastrennwände gerutscht, daraufhin ging ein Element kaputt. Das bisherige Ende der Aufzählung größerer Schäden ist mit dem vergangenen Sonntag gesetzt. " Es ist immer mal was. Auch an den anderen Gebäuden der Kreissparkasse gab es schon Sachbeschädigungen. Allein die größeren Vorkommnisse am Gebäude in Zerbst werden wohl so um die 2500 Euro Schaden verursacht haben ", überschlug Czaja gestern.

Noch wichtiger als das Geld für Reparaturen – die je nach Dimension von Versicherungen abgedeckt sind – ist die " Sicherung der Geschäftsbetriebes innerhalb des Gebäudes ". Darauf hatten die aktuellen Schmierereien keinen negativen Einfluss.

Dasselbe ist auch für die Volksbank festzustellen. " Wir haben diese Sachbeschädigung zur Anzeige gebracht und ein großes Interesse an der Ermittlung der Täter ", erklärte die amtierende Geschäftsstellenleiterin Andrea Sens. Volksbank-Vorstand Albrecht Hatton wurde dennoch deutlicher. Er appelliert an die Zerbster, mit großer Aufmerksamkeit durch die Stadt zu gehen, eventuell ungewöhnliche Vorgänge als solche wahrzunehmen und darauf zu reagieren. So entstünden Chancen, die Täter zu ermitteln.

Zumindest die Schmiererei am Volksbank-Eingang war gestern bereits wieder verschwunden. Siegfried Pitschk, die " gute Seele " im Volksbank-Gebäude, hatte seine Spezial-Mittelchen zum Einsatz gebracht, lobte Frau Sens. Ein ähnlicher Erfolg steht am Sparkassen-Gebäude noch aus. Hier muss man zudem befürchten, dass die Naturstein-Fassade dauerhaften Schaden genommen hat.

Möglicherweise handelt es sich bei dem oder den Tätern um Zerbster jugendliche Fußballfans des 1. FC Magdeburg. Die Elf war am Sonnabend mit zweifelnden Mienen nach Wilhelmshaven zum Punktspiel aufgebrochen. Sämtliche weiteren Spiele in Norddeutschland waren witterungsbedingt abgesagt worden. Am Sonntagvormittag dann auch das Aus für die Magdeburger Partie. Die Mannschaft war unnötig unterwegs – genau wie die " FCM " -Schmierereien an den Zerbster Gebäuden unnötig sind.