In Zerbst wird es bald ein Hospiz geben. Das Lutherhaus, bisher Pfarrhaus von St. Nicolai und St. Trinitatis, soll dazu umgebaut und erweitert werden. Der Baubeginn ist noch für dieses Jahr angesetzt.

Zerbst l Am Mittwoch haben die Anhaltische Hospiz- und Palliativgesellschaft gGmbH und der Malteser Hilfsdienst e.V. eine Kooperationsvereinbarung über die künftige Zusammenarbeit bei der ambulanten und stationären Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen und deren Familien für Zerbst und Umgebung unterzeichnet.

Schon Ende Mai, Anfang Juni soll mit dem Umbau des Lutherhauses, welches bisher als Pfarrhaus für St. Nicolai und St. Trinitatis genutzt wurde, begonnen werden. Voraussichtlich ein Jahr sollen die Arbeiten am Gebäude andauern. Das Gebäude wird nicht nur umgebaut, sondern auch erweitert.

Malteser Hilfsdienst bietet ambulante Betreuung

"Schon seit 2005 finden die Veranstaltungen der Kirchengemeinden St. Trinitatis und St. Nicolai großenteils in der St. Trinitatiskirche statt. Dort sind die Begebenheiten mit ebenerdigen Toiletten und einer ebenerdigen Küche einfach besser. Das Lutherhaus haben wir fast gar nicht mehr genutzt. Meistens stand es leer", berichtet Pfarrer Thomas Meyer, der selbst seit 2012 nicht mehr im Lutherhaus lebt.

Das 1957 gebaute Haus weise einen zu hohen Sanierungsstau auf. "Deswegen begrüßen wir es sehr, dass dort bald alles saniert wird und das Lutherhaus dann das Hospiz beherbergt", sagt Pfarrer Meyer. Schon immer wurde das Gebäude für gemeinschaftliche Zwecke genutzt. Es galt - nach dem Krieg - als eines der modernsten Gebäude in Zerbst.

Die Anhaltinische Palliativgesellschaft sei vor einiger Zeit auf die Kirchengemeinde St. Trinitatis und St. Nicolai zugekommen und hatte sich nach dem Objekt erkundigt. "Der Palliativgesellschaft war auch der enge Kontakt zur Kirche wichtig", erklärt Thomas Meyer. "Ich begrüße sehr die zukünftige, sinnvolle Nutzung des Gebäudes blickt der Pfarrer voraus.

Schon seit Jahresbeginn bietet der Malteser Hilfsdienst Zerbst eine ambulante Betreuung und Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen an. Die Kooperation sieht vor, dass der Verein auch weiterhin für die ambulante Pflege zuständig ist. Die in Dessau ansässige Hospiz- und Palliativgesellschaft wird die stationäre Hospizarbeit sowie die spezialisierte Palliativversorgung übernehmen.

Das Projekt wird am 10. Februar ab 19 Uhr von den beteiligten Kooperationspartnern öffentlich in der Kirche St. Trinitatis vorgestellt. Jeder, der sich dafür interessiert, ist zu dieser Veranstaltung eingeladen. Unter anderem werden die Baupläne vorgestellt. Aber auch über Pflegemöglichkeiten und die Einrichtung kann sich informiert werden.