Der Schnee ist weg, die Sonne lacht, die Temperaturen steigen kontinuierlich an, ab und zu ein bisschen Regen – beste Bedingungen für die kommende Spargelsaison. Die Landwirte scharren schon mit den Füßen und warten nur darauf, dass sich das weiße Edelgemüse in Richtung Sonne streckt.

Zerbst. " Unsere Vorbereitungen sind soweit, dass es heute losgehen könnte ", erzählt Paul Brüning vom gleichnamigen Spargelhof in Rosian. Zwölf Erntehelfer werden ab Ende April beim Spargel stechen helfen, um das vier Hektar große Gelände zu bewirtschaften. Allerdings muss man sich da noch etwas gedulden. " Wir werden erst Ende April anfangen, weil wir ohne Folien arbeiten. Der Spargel schmeckt so einfach besser ", erklärt Brüning den späten Startzeitpunkt.

" Das letzte Jahr war

deutlich besser als gut, so kann es gerne weitergehen. "

Die Grundlage für eine gute Spargelsaison wurde schon im Vorjahr gelegt. " Bereits nach der Stechsaison wird mit dem Streuen von Dünger begonnen ", berichtet Brüning und fügt hinzu : " Wenn das Kraut im Herbst grün wird, ist auch der kommende Spargel gut. " Der Ertrag vom letzten Jahr auf dem Spargelhof war besser als gut, ob es dieses Jahr wieder so wird, bleibt abzuwarten.

Über ein erfolgreiches letztes Jahr konnte sich auch die Agrico Lindau freuen. " Es war unser zweitbestes Jahr in der Geschichte ", resümiert Hans-Joachim Wuttig. Um dieses Ergebnis noch verbessern zu können, sind die Vorbereitungen in vollem Gange. " Wir sind gerade dabei, unsere Felder mit Doppelfolie auszulegen ", beschreibt Wuttig den Stand der Dinge.

" Wenn die Temperaturen so bleiben, kann es nach Ostern

losgehen. "

Bei der Agrico Lindau wird die Ernte gestaffelt, um den Ertrag besser regulieren zu können, so kommt es dazu, dass erstmal nur ein Teil der Fläche mit Folie bedeckt wird. 45 Leute arbeiten dann in der Spargelsaison mit, die schon in der Woche nach Ostern beginnen könnte. " Damit der Spargel wächst, muss eine Bodentemperatur von 12 Grad Celsius gegeben sein, wenn sich das Wetter hält, könnte es klappen ", erklärt Wuttig.

Nach den letzten Sonnentagen wurden auch die Vorbereitungen beim Bauerlandwirt Mösenthin intensiviert. " Wir schaufeln jetzt die Spargeldämme hoch und legen die Folien aus, damit sich die Dämme schnell erwärmen ", berichtet Mathias Mösenthin. Der Spargel wird hier ab Mitte April von 25 Mitarbeitern gestochen, geschält und verpackt. Neben den warmen Temperaturen ist auch eine gute Niederschlagsverteilung für das Wachsen des Spargels wichtig. " Für Prognosen ist es noch zu früh, aber letztes Jahr war ein gutes Spargeljahr und das erwarte ich auch für die diesjährige Saison ", blickt Mösenthin optimistisch in die Zukunft. Zu hohe Temperaturen sollten es aber auch nicht sein, weil der Spargel dann zu schnell wächst und ihm zum Ende der Saison die Luft ausgeht.

" Der dicke Spargel hat weniger

Abschnitt, so dass mehr übrigbleibt. "

In diesem Jahr wird mit dem Ravel-Spargel auch eine neue Sorte geerntet, die etwas dicker ist, aber genauso gut schmecken soll. " Großer Vorteil beim dicken Spargel ist, dass man weniger Abschnitt hat und letztendlich mehr Spargel für weniger Geld bekommt ", erklärt Mösenthin.

Es gibt aber auch pessimistische Stimmen zu der diesjährigen Spargelsaison. Der Zerbster Landwirt Bernhard Raue glaubt an kein gutes Spargeljahr. " Das Spargelkraut sah im Sommer nicht so gut aus, von daher habe ich auch keine großen Erwartungen ", so Raue. Dennoch sind auch bei ihm die Vorbereitungen längst abgeschlossen. " Wir haben alle Fleder abgedeckt, jetzt können wir nur noch warten ", erklärt der Landwirt.

Welche der verschiedenen Prognosen zutrifft, bleibt abzuwarten, denn für Vorhersagen ist es eigentlich noch zu früh, sind sich alle Befragten einig.

Frei nach dem Sprichwort : " Was lange währt, wird endlich gut ", erwarten die Landwirte die Ernte des weißen Edelgemüses. Aber auch die langersehnte Spargelsaison findet ein relativ schnelles Ende. Mit dem Johannistag am 24. Juni endet die Spargelzeit getreu der Bauernregel : " Kirschen rot – Spargel tot. "