Im Gemeindehaus von St. Marien im Ankuhn fand am Sonntag zum vorerst letzten Mal ein Gottesdienst statt. Grund ist eine umfangreiche Baumaßnahme. Das Erdgeschoss wird in eine Dreizimmerwohnung mit Terrasse umgewandelt.

Zerbst l "Zum letzten Gottesdienst in diesem Raum", begrüßt Pfarrer Albrecht Lindemann am Sonntagvormittag die 16 Frauen und Männer im Gemeindehaus von St. Marien im Ankuhn. Er freut sich, dass die Stuhlreihen so gut gefüllt sind bei diesem "Abschied auf Zeit". "Die Baufahrzeuge rücken schon an", bemerkt er mit einem lächelnden Blick aus dem Fenster, bevor sich alle dem gemeinsamen Singen und Beten widmen.

"Diese Entscheidung sorgt für eine erhöhte Auslastung des Hauses."

Pfarrer Albrecht Lindemann

Gestern beginnt die umfangreiche Umbau- und Sanierungsmaßnahme. "Es ist sichtbar, dass es notwendig ist, hier etwas zu tun", bezieht sich Lindemann auf den baulichen Zustand des 1951 errichteten Gebäudes. Von einem Renovierungsstau spricht Matthias Gommlich. Er ist Vorsitzender des Gemeindekirchenrats, der sich zur Durchführung des Projektes entschlossen hat. "Mit dieser Entscheidung werden die Bedingungen für die Gemeindearbeit verbessert und zugleich für eine erhöhte Auslastung des Hauses gesorgt", bemerkt der Pfarrer.

Die geplanten Arbeiten umfassen allein das Erdgeschoss des gelben Klinkerbaus. Dort entsteht durch eine Neuaufteilung der vorhandenen Räumlichkeiten eine Dreizimmerwohnung mit Terrasse. Die Gesamtfläche gibt Matthias Gommlich mit rund 100 Quadratmetern an. Auch den eigenen Stellplatz für die zukünftigen Mieter lässt er nicht unerwähnt. Diese dürfen sich auf moderne und energieeffiziente Bedingungen freuen. Neben neuen, dichten Fenstern wird beispielsweise ebenfalls eine neue Heizung installiert. "Im Oktober wollen wir die Wohnung übergeben", nennt der Gemeindekirchenratsvorsitzende die Zielstellung.

"Die Kosten für den Umbau belaufen sich auf rund 100 000 Euro."

Matthias Gommlich, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates

Kurz darauf soll auch der neu gestaltete Gemeinderaum nutzbar sein. "Dieser wird etwa 60 Quadratmeter groß", erklärt Matthias Gommlich. Er rechnet damit, dass sie im kommenden Herbst dort dann wieder ihre monatlichen Gottesdienste abhalten können. "Der nächste im März fällt aus und dann geht`s in der Kirche weiter", erzählt er von der Osternacht am 4. April. Über die Sommermonate dient die Ruine von St. Marien als sakrale Kulisse für die Gottesdienste. Denn im Zweiten Weltkrieg war der Feldsteinbau stark zerstört worden. Ein Notdach erhielt nur der Chor, der 1991 schließlich durch eine Glas-Stahl-Wand vom Kirchenschiff abgetrennt wurde.

Doch zurück zu den Arbeiten im Gemeindehaus. Die Kosten sind mit gut 100 000 Euro veranschlagt. Die Finanzierung erfolgt aus Eigen- und Fremdmitteln, wie Matthias Gommlich erläutert. Er ist zuversichtlich, dass sie für die neue Wohnung Interessenten finden. Die erste Etage ist bereits zu einer "schönen Wohnung" umgebaut und schon seit eineinhalb Jahren vermietet.

Der von der Schlossfreiheit aus verwalteten Kirchgemeinde St. Marien/Ankuhn gehören derzeit übrigens 230 Mitglieder an. Die Anzahl sei recht konstant, bemerkt Matthias Gommlich.