Nutha l Vier Mal ist die Ortsfeuerwehr Nutha bereits in dem noch neuen Jahr ausgerückt. 2014 zählen die Nuthaer Kameraden 23 Brandeinsätze, zu denen sie ausrückten. Strohballen, Mülltonnen und Scheunen brannten sozusagen zu Hauf. In diesem Jahr sind es hohle Bäume, die plötzlich in Flammen stehen und die Kameraden ausrücken lassen.

Damit liegt die Ortswehr Nutha unter den 27 Ortswehren im gesamten Stadtgebiet Zerbst auf Platz zwei bei den Einsatzzahlen - gleich nach der Ortsfeuerwehr Zerbst, mit mehr als 100 Einsätzen.

Seit mehr als einem Jahr sind die Brandvorfälle in und um Nutha massiv in die Höhe gestiegen, vergleicht man es mit den Vorjahren: 2013 -13 Brände, 2012 - kein Brand, 2011 - ein Brand.

Die Gerüchteküche kocht hoch: Geht ein Feuerteufel in Nutha um? Die Polizei ist unlängst informiert und ermittelt. Bei 16 Brandvorfällen in oder bei den Orten Nutha, Nutha-Siedlung, Hohenlepte, Kämeritz, Güterglück und Walternienburg waren sie mit vor Ort, informiert Polizeisprecher Maik Strömer.

Es "ist nicht ausgeschlossen, dass die Brandereignisse fahrlässig oder vorsätzlich herbeigeführt wurden. Bei einigen Mülltonnenbränden kann aber nicht sicher eingeschätzt werden, ob diese vorsätzlich verursacht wurden", gibt er Auskunft zum derzeitigen Stand.

Einige Einwohner reagieren bereits ängstlich. "Man hat Angst, dass es bei einem selbst das nächste Mal passiert", sagt eine Anwohnerin, auch wenn bisher "nur" Objekte und nicht bewohnte Gebäude brannten. Daher kommt die Polizei bisher zu dem Schluss: "Konkrete Anhaltspunkte, dass bewohnte Gebäude angegriffen werden könnten, bestehen derzeit nicht."

Bereits Ende 2013 traten die ersten Brände dieser Art auf, weiß Nuthas Ortswehrleiter Thomas Mücke. "Es haben immer Sachen gebrannt, die eigentlich nicht von allein brennen können, wie beispielsweise ein Jägerhochstand bei Regen", erinnert er sich.

Mit den Brandermittlern der Polizei kamen die Nuthaer Kameraden zum ersten Mal bei einem Scheunenbrand am 12. Dezember 2013 in Kontakt. Seitdem ist der Kontakt schon fast regelmäßig, denn mittlerweile alarmiert die Feuerwehr bei jedem Brand die Polizei. "Um eine erste Beweissicherung zu gewährleisten", erklärt Mücke, denn der Verdacht der Brand- stiftung drängt sich bei der Häufigkeit der Brände nicht nur langsam auf. Zudem werden auch vor den Lösch- arbeiten vom Wehrleiter Fotos gemacht, die dann der Polizei zugearbeitet werden.

Die Menschen der Region sind dringend aufgerufen, Hinweise, die darauf deuten, dass die Brände herbeigeführt worden, umgehend der Polizei zu melden.