Seit wenigen Wochen darf überhaupt erst wieder in der Turnhalle an der Grundschule in Lindau offiziell Sport getrieben werden. Bis heute erfolgen Baumaßnahmen, damit die Halle auch bei kalten Temperaturen genutzt werden kann. Zudem sind auch Arbeiten an den Außenanlagen in Planung.

Lindau l Hartmut Seidler schaut auf die Turnhalle Lindau, als er ins Reden kommt. Schnell wird klar, dass es dem Ortsbürgermeister ein großes Anliegen ist, die Sportstätte auf Vordermann zu bringen. "Seit dem vergangenen November ist sie wieder nutzbar", berichtet Seidler: "Aber es gibt dennoch viel zu tun."

Im vergangenen Jahr ging eine zweijährige Phase zu Ende, in der vor allem viel diskutiert und nach einem Kompromiss für die Halle gesucht wurde. Problematisch war, ob Landkreis oder Stadt für die Kosten aufkommen werden. Schließlich wurde im September mit den eigentlichen Arbeiten begonnen, die Kosten damals: 38 000 Euro.

Damit konnten Prallwände installiert werden. Diese waren nach der Wende in allen Sporthallen vorgeschrieben, jedoch wurden sie in Lindau nicht eingebaut. Damit die Grundschüler nicht mehr in die kleine Sporthalle weiter im Ortskern müssen, war die Gemeinde von Anfang an bestrebt, die Halle der ehemaligen Sekundarschule zu renovieren.

Bis zum heutigen Mittwoch hat eine ortsansässige Firma schließlich die Heizanlage erneuert. "Es wurden sogenannten Doppelrohrleitungen installiert", erklärt Seidler weiter. Diese seien innen wie außen isoliert.

"Großteil der Kosten trägt die Ortschaft"

Die Kosten für diese Umbaumaßnahmen wiederum trägt nur zu einem Teil die Stadt Zerbst, zu der Lindau bekanntlich gehört. "Den Großteil der Kosten trägt die Ortschaft selbst", sagt Seidler. Möglich sei dies durch die Verkäufe von Ackerland gewesen. Hätte man sich darauf nicht eingelassen, stünde die Halle noch immer und wohl auch zukünftig leer, vergisst der Pensionär nicht zu betonen. Immerhin durfte die Ortschaft das Geld behalten und in eigene Projekte investieren, fügt er hinzu. "Obwohl wir zur Stadt Zerbst gehören." Damit habe man den Umbau erst auf die Beine stellen können.

In Zukunft soll es ein reges Treiben in der Halle geben, weswegen noch weitere Projekte geplant sind. "Der Fußboden muss auch über kurz oder lang erneuert werden", weiß Seidler. Ebenso habe die Halle keine Duschräume. "Für unsere Volleyballer aus der Landesklasse ist das kein schöner Umstand", weiß der Ortsbürgermeister um die Probleme. Diese sollen in den kommenden Monaten auch installiert werden. Dazu wird die Ortschaft erneut auf eigene Rücklagen zurückgreifen. "Technisch ist das möglich, aber die Finanzierung gestaltet sich auch hier als nicht so leicht", sagt Seidler.

Daneben gibt es noch ein weiteres Problem: Die Sportutensilien wie Pferd, Bälle oder andere Gerätschaften haben noch keinen optimalen Lagerraum. "Auch da wollen wir uns an einen Umbau wagen", verkündet Seidler und betont: "In diesem Jahr soll das Projekt Turnhalle fertig werden." Einen Abstrich wird er aber machen müssen: "Die Arbeiten am Fußboden werden wohl erst im kommenden Jahr umsetzbar sein."

Bis dahin soll auch die Umgebung schöner gestaltet werden. In wenigen Tagen sollen dafür die ersten Schritte getan werden. Rasen muss angelegt werden, ebenso andere Pflanzen. "Dann heißt es nur noch auf das Frühjahr warten, bis alles grünt", ist Hartmut Seidler schon jetzt ganz gespannt.

Eigentümerfrage weiter in Diskussion

Ungeklärt ist allerdings weiterhin die Eigentümerfrage der Sporthalle. Im Moment gehört sie dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld. "Doch es gibt Pläne", verrät Hartmut Seidler, "dass die Stadt die Halle übernimmt." Im Moment ist Zerbst und somit auch Lindau lediglich Nutzer der Halle. Laut Seidler habe man bisher vorsichtig mit dem Landkreis um eine Lösung verhandelt.

Auch Astrid Klausnitzer vom zuständigen Amt für zentrale Dienste der Stadt Zerbst bestätigt gegenüber der Volksstimme erste Überlegungen diesbezüglich. "Von einer Einigung sind wir aber noch weit entfernt", sagt sie: "Es gab jedoch bereits erste, lose Gespräche."

Was wird aber aus der anderen Halle, weiter im Ortskern? "Die wollen wir verkaufen", sagt Seidler. Damit wolle die Ortschaft die weiteren Umbauten an der Halle neben der Grundschule finanzieren.

Die Halle weiter im Ort war einst eine alte Scheune, wurde umgebaut und steht nun leer. Problematisch beim Verkauf dieses Gebäudes könnte allerdings werden, dass die sanitären Einrichtungen auf die Bedürfnisse von Grundschülern zugeschnitten sind. Somit sind Toiletten, wie auch Waschenbecken etwas kleiner und niedriger gehalten als es der Standard ist.

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