Dalchau l Nicht ganz ohne Komplikationen ist in der vergangenen Woche in Dalchau ein interessanter Vortrag über das Rotwild im Burger Holz über die Bühne gegangen. Der Wildtierfilmer Hans-Jürgen Rusczyk und Dr. Reiner Buchheim wähnten sich eingeladen von der Dalchauer Volkssolidarität, im Gemeindehaus diesen Vortrag mit seltenen Fotografien einer Winterpirsch zu zeigen. Doch seitens der Volkssolidarität in Dalchau wusste man davon nichts. "Möglicherweise gab es eine Absprache mit der Vereinigung in Dalchau bei Stendal?", mutmaßte im Nachgang ein Vorstandsmitglied der Dalchauer Senioren.

Der Vortrag konnte dank der spontanen Gastfreundschaft von Familie Deiß dennoch stattfinden. Und so erfuhren die Gäste des Nachmittages viel über die Lebensweise des Rotwildes.

Die beeindruckenden Aufnahmen entstanden in einem 60 Hektar großen abgezäunten Bereich im Burger Holz nahe des Burger Friedhofes. Hier leben gut behütet derzeit acht Hirsche, 14 Hirschkühe sowie Spießer, sowie reichlich Muffelwild. Die durch Hege und Pflege entstandene Nähe der Wildtiere zum Menschen erlaubt Fotografien und Filmaufnahmen, die die Tiere zum Greifen nahe erscheinen lassen. Andere Aufnahmen wurden mit Wildkameras gemacht, erklärt Hans-Jürgen Rusczyk. Sie zeigen etwa Rotwild an Wasserstellen und beim Suhlen im Schlamm. "Eigentlich ist das Rotwild tagaktiv und liebt freie Wiesen und Lichtungen. Durch die Menschen ist aber der Wald immer mehr zum elementar wichtigen Rückzugsraum für die wilden Tiere geworden", bedauert der Tierfilmer. Nur in der geschützen Umgebung in dem Wildgatter sind Aufnahmen wie diese überhaupt noch möglich.