In den vergangenen Jahren haben sich in den Städten und Dörfern zwischen Jerichow und Loburg immer mehr Heimatvereine gegründet. Sie halten nicht nur die geschichtliche Entwicklung der Region fest, sondern sind auch ein Spiegelbild des kulturellen Lebens in den Orten – wie beispielsweise der Heimatverein Gommern. Davon konnte sich der Vorstand des Vereins Pro Jerichower Land vor wenigen Tagen ein Bild machen.

Gommern / Leitzkau. Frauke Wambach ist nicht nur Vorsitzende des Gommeraner Heimatvereins. Nein, sie ist auch eine Art Motor, der immer auf Touren ist – voller Leidenschaft natürlich. Und obendrein verteilt sie die persönliche Energie gleich mehrfach : neben dem Heimatverein noch im Stadtrat und Kreistag.

Ausruhen scheint nicht ihr Ding zu sein, sonst hätte sie 1999 nicht das Heft des Handelns in die Hand genommen und mit weiteren Mitstreitern den Heimatverein gegründet. Ausgangspunkt, sagt sie, " war die 1050-Jahr-Feier im Jahr zuvor ". Da hätten viele erst richtig gemerkt, wie interessant die Geschichte der Stadt doch sei. " Kurz danach wurde die Idee geboren, diese Historie auch festzuhalten und weiter zu erforschen ", blickt die Gommeranerin zurück – ohne zu vergessen, dass dies ein Verdienst vieler rühriger Einwohner und Vereinsmitglieder sei.

Mit 13 Gründungsmitgliedern ist der noch junge Verein damals die ersten Schritte gegangen. Eine Art Feuertaufe gab es bereits im Jahr 2000 mit einer Ausstellung über die allgemeine Stadtgeschichte. " Die Resonanz war riesig. Da haben wir gewusst, dass wir auf dem richtigen Weg sind und weitere Vorhaben anpacken können ", erzählt Frauke Wambach.

Die weiteren Jahre könnten durchaus als Erfolgsgeschichte des Vereins betrachtet werden. Nicht nur, dass es nunmehr 88 Mitglieder gibt, der Verein hat seinen ständigen Sitz in der Walter-Rathenau-Straße, verfügt über vier Ausstellungsräume und vier weitere Zimmer, die für den mittlerweile umfangreichen Fundus genutzt werden.

Längst geht es nicht nur darum, die Geschichte darzustellen. Auch das kulturelle Leben ist ohne den Heimatverein in der Ehlestadt undenkbar. Neben dem traditionellen Hoffest, das jeden ersten Sonnabend im Oktober auf dem Plan steht, startet in diesem Jahr beispielsweise das mittlerweile dritte Fest nur für Kinder aus Gommern und den Ortschaften. Und dass die Stadträte dafür noch Kuchen backen, dürfte wohl ein Novum im Kreisgebiet sein.

Nicht zuletzt deshalb würdigten die Vorstandsmitglieder des Vereins Pro Jerichower Land die Arbeit der Gommeraner. " Dieses Miteinander, auch zwischen Jüngeren und Älteren, ist beispielhaft ", sagte der Vorsitzende, Landrat Lothar Finzelberg, während eines Rundganges durch die Räume. Dass Frauke Wambach dabei fast zu jedem Exponat eine kleine Geschichte erzählen kann, macht eine Führung, die unter anderem Schulklassen und Jugendherbergen nutzen, zu einer Erlebnistour durch die Gommeraner Geschichte.