Die Flut 2013 ist anderthalb Jahre her. Noch immer können die Fußballer in Walternienburg nicht auf ihrem heimischen Platz spielen. Bei der nächsten Extremflut könnten sie jedoch wieder feuchte Füße bekommen.

Zerbst/Steckby/Walternienburg/Ronney l "Unsere Fußballer haben eine Spielgemeinschaft mit dem Nachbarort und tragen ihre Heimspiele dort aus", sagt Walternienburgs Ortsbürgermeister Heinz Reifarth. Auf neben stehenden Fotos ist erkennbar, dass derzeit eine Staubwüste auf dem eigentlichen Rasenplatz jegliches Treten gegen das runde Leder versagt.

"Damals hatten wir das Sportlerheim eigentlich gesichert, doch die meisten Schäden gab es durch stehendes Wasser", erinnert sich Reifarth. So habe das Wasser noch immer 1,75 Meter hoch gestanden.

Das Sportlerheim erstrahlt wieder im renovierten Glanz, auch die Laufbahn und die Sandgrube für den Weitsprung sind wieder auf Vordermann gebracht. "Jetzt können die Kinder auch wieder dort Sport machen", sagt der Ortsbürgermeister. Noch fehlt Gras auf dem Platz, aber auch dies soll demnächst erfolgen. Insgesamt sind für die Arbeiten rund 163 000 Euro veranschlagt.

Etwas höher liegt die Wasserburg Walternienburg. Auch sie wurde 2013 in Mitleidenschaft gezogen. "Das Wasser war ganze 60 Zentimeter höher als bei der Flut 2002", weiß der ehrenamtliche "Burgchef" noch genau.

Damals wurden der Burganlage - das Wasser stand erstmals bis auf den Hof - die Extreme der Flut zum Verhängnis. "Ein Normalhochwasser, beispielsweise im Frühling oder Herbst, richtet keine Schäden an", sagt Reifarth. Was aber, wenn es wieder zu einer großen Flut kommt? Dann steht man in Walternienburg, aber auch andernorts in Elb- oder Nuthenähe vor Problemen.

Keine Schutzmaßnahmen vorgesehen

Denn eine spezielle vom Land unterstützte Hochwassersicherung wird es nicht geben. "Für diese Bereiche sind derzeit keine Hochwasserschutzmaßnahmen vorgesehen", erklärt Jeanette Tandel vom zuständigen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt. Hintergrund sei, dass Walternienburg (mit Ronney) und auch Steckby im Bereich der Endmoräne Fläming liegen und somit zum Hochuferbereich gehören. Da es bei den vergangenen Fluten keine "erheblichen Schäden" gab, seien laut Ministerium auch keine weiteren Maßnahmen geplant.

"Bei dem bestehenden Deich bei Walternienburg handelt es sich um einen Teilschutzdeich, welcher bei einem Extremhochwasser, wie es zum Beispiel im Jahr 2013 der Fall war, überströmt wird", erklärt Jeanette Tandel weiter. Dieser Deich schützt die Ackerflächen vor Wasser. "Bei Hochwässern größerer Wahrscheinlichkeit werden in Abhängigkeit der Wasserstände möglicherweise Ackerflächen beeinträchtigt", so Tandel.

Damit bei größeren Wassermengen aber nicht auch immer Ortschaften beeinträchtigt werden, plant beispielsweise die Wasserwehr Zerbst einige Anschaffungen.

Vor allem der Kauf von spundwandähnlichen Konstruktionen soll in Notsituationen helfen. Dabei handelt es sich um Balken, die flexibel einsetzbar sind. Diese Konstruktion wäre eine dauerhafte Lösung, würde schnell aufbaubar sein und als Gebäude- und Anlagenschutz dienen. Die Kosten für diese Anschaffung liegen bei der Stadt Zerbst. Sie ist zusammen mit dem Land Sachsen-Anhalt für jegliche Art von Hochwasserschutz verantwortlich.

"Dazu hat die Wasserwehr Zerbst beim Land bereits Mittel beantragt", sagt Hans Wink, Vorsitzender der Wasserwehr. Laut Wink müsse das Land dafür Sorge tragen, dass die Wehren ordnungsgemäß ausgestattet und einsatzbereit sind.

Deichanlagen durch Wildschweine beschädigt

Eine weitere Aufgabe der Stadt ist die Beseitigung von Schäden an den Deichanlagen. "Wir haben sehr tiefe Löcher bei der Begehung festgestellt", erklärt Hans Wink und verweist auf eine Kontrolle Ende dieser Woche. Verursacht wurden diese Löcher von Wildschweinen. "Dort stehen auch Kastanien", fügt er hinzu, "und die Tiere suchen dann nach den Früchten und Kleingetier."

Ein generelles Problem bei den Fragen nach den Hochwasserschutzmaßnahmen ist jedoch, dass es immer nur auf der Tagesordnung steht, wenn es gerade eine Flut gab. Diesen Punkt bemängelt auch Hans Wink. "Auch im Moment: Still ruht der See", sagt der Fachmann.

 

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