Ziel des Fördervereins des Zerbster Wasserturms ist die Sanierung der Außenhülle des Klinkerbaus. Um das Vorhaben in sechsstelliger Größenordnung zu stemmen, wird auf das europäische Leader-Programm gehofft.

Zerbst l Auf rund 450 000 Euro bezifferte Sigrun Knäbel die Sanierungskosten der äußeren Hülle des Wasserturms. Schadhafte Stellen und Fugen sind auszubessern, das Mauerwerk abzustrahlen. "Wir wollen sehen, dass wir mit Leader ins Geschäft kommen", erklärte die Vorsitzende auf der Mitgliederversammlung am Freitagabend.

Mit Aufnahme in das europäische Förderprogramm könnte die Maßnahme vielleicht 2016 umgesetzt werden. Unklar ist der prozentuale Anteil des Zuschusses, momentan verfügt der Verein über Eigenmittel von 48 000 Euro. Die Reserve soll auch nicht angegriffen werden, um finanziell handlungsfähig zu sein, wenn die ersehnte Leader-Aufnahme erfolgt. Vielmehr müssen wohl weitere Gelder akquiriert werden.

Dank gilt allen Spendern

Im zurückliegenden Jahr durfte sich der Förderverein über Spenden von rund 8400 Euro freuen, wie Inge Hensel im Kassenbericht ausführte. "Das ist insgesamt ein schönes Ergebnis." Ausdrücklich dankte sie den Firmen, Vereinen und Privatpersonen, die auf diese Weise den Erhalt des Zerbster Baudenkmals unterstützt haben. Gut 5000 Euro flossen in die Bewirtschaftung und Unterhaltung des Klinkerbaus. Vor allem packten die Vereinsmitglieder wieder tüchtig mit an. Sie leisteten zusammen 185 Arbeitsstunden, informierte Sigrun Knäbel. "Alle sind immer einsatzbereit. Das klappt hervorragend", bemerkte sie mit Blick auf die 68 Frauen und Männer, die sich derzeit im Verein engagieren und das sehr aktiv. "Herzlichen Dank dafür", betonte sie. So übernahmen einige von ihnen die notwendigen Reinigungs- und Schleifarbeiten, bevor die etwa 3400 gelben Klinkerplatten auf dem Fußboden des Turms verlegt wurden. Andere brachten sich bei der Betreuung der Besucher ein - 18 Mal öffnete sich 2014 das Tor zum Wasserturm für Interessenten. Darunter befanden sich einige Kindereinrichtungen - besonders über diesen Zuspruch freute sich Sigrun Knäbel. Ist es doch ein Anliegen des Fördervereins, dem Nachwuchs auf verständliche, anschauliche Weise die Wasserversorgung näher zu bringen. "Wir haben uns als Lernort qualifiziert", konstatierte sie.

Zaun soll erneuert werden

Hilfe bei der Pflege der Grünflächen und des Geländes gab es zwischen April und Oktober durch zwei Ein-Euro-Jobber. Neue Kräfte sind beantragt, wie die Vereinsvorsitzende darlegte. Sie bemerkte ebenfalls, dass der alte Maschendrahtzaun durch einen Stabzaun ersetzt werden soll. Gewartet wird hier auf eine finanzielle Unterstützung der Stadt. Denn zu den negativen Ereignissen im vergangenen Jahr gehörten die beiden Einbrüche im Mai und Juni. Die Diebe stahlen eine Schubkarre und den Rasenmäher samt Benzinkanister. Zudem zerstörten sie die Tür einer Brunnenstube. Ermitteln konnte die Polizei die Täter nicht.

Zu den positiven Resultaten wiederum gehört die Nutzungsänderung für den Wasserturm, die Sigrun Knäbel als "schwieriges Unterfangen" bezeichnete. Unter anderem zog diese die normgerechte Erhöhung des Treppengeländers nach sich, so dass nun die Stufen bis zur Aussichtsplattform in gut 30 Metern Höhe erklommen werden dürfen. "Wir können es jetzt vorsichtig angehen." Wie die Vorsitzende erklärte, soll die Turmbesteigung zunächst mit mutigen Vereinsmitgliedern ausgetestet werden. Jeweils fünf bis sechs Leute dürfen auf einmal hinauf.