Zerbst l Erstmals hat es Zerbst beim Fahrradklima-Test in die Wertung geschafft. Nahezu 100 Bürger beteiligten sich an der bundesweiten Befragung, die der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) nun zum sechsten Mal durchführte. "Radverkehr nimmt an Wichtigkeit zu", konstatiert Stefan Krabbes vom Grünen Kreisvorstand Anhalt-Bitterfeld mit Blick auf das Abstimmungsergebnis.

Im Durchschnitt wurde die Schulnote ausreichend vergeben, womit Zerbst letztlich auf Platz 249 der fahrradfreundlichsten Städte seiner Größe landete - im Landesvergleich auf Platz 7. Mehrere Teilnehmer merkten kritisch an, dass Unklarheit im Umgang mit Benutzungspflicht und Benutzungsrecht von Radwegen besteht. Auch wurde die Anbindung der Umlandgemeinden an die Stadt bemängelt. Viele Bürger sind zudem der Meinung, dass in jüngster Zeit kaum etwas für den Radverkehr getan wurde und man sich als Radfahrender gefährdet fühlt.

"Fahrradfreundlichkeit ist ein Gradmesser für die Lebensqualität in einer Stadt - deshalb macht es uns Sorgen, dass sich die Menschen in Zerbst auf dem Rad ziemlich unwohl fühlen", erklärt Stephan Marahrens. "Der Fahrradklima-Test zeigt für andere Städte, dass kontinuierliche Radverkehrsförderung auch honoriert wird und sich in einem guten Verkehrsklima niederschlägt", berichtet der Vorsitzende des ADFC-Regionalverbandes Dessau.

Kleine Maßnahmen reichen

Schon mit kleineren Maßnahmen ließe sich die Situation deutlich verbessern, beispielsweise durch für Radfahrer geöffnete Einbahnstraßen, mehr Tempo-30-Zonen, Winterdienst für Radwege und Aufklärung aller Verkehrsteilnehmer. "Wenn die Stadt Zerbst will, dass mehr Menschen aufs Rad steigen und damit etwas Gutes für ihre Gesundheit und die Stadt tun, dann muss jetzt gehandelt werden", betont er. Der ADFC stehe mit Fachwissen als Dialogpartner bereit.

Die detaillierte Vorstellung der Ergebnisse des Fahrradklima-Tests für Zerbst wird am 18. März um 18 Uhr in der Gaststätte "Am Kamin" stattfinden. Die Präsentation übernehmen Stephan Marharens und Christoph Deike, Geschäftsführer des ADFC Sachsen-Anhalt. Zu der Veranstaltung werden ebenfalls Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) und Heike Krüger erwartet - in das Ressort der Leiterin des Bau- und Liegenschaftsamtes fällt die Stadtplanung.