Zerbst l Die erste Lesung des Haushaltsentwurfs sollte auf der Februarsitzung des Stadtrates erfolgen. Diese Zielstellung nannte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) beim Neujahrsempfang. Die Umsetzung allerdings gelang nicht. Aufgrund technischer Probleme sei es leider nicht möglich, den Etat wie beabsichtigt bereits an diesem Abend zu diskutieren, erklärte er den Stadträten am vergangenen Mittwoch.

Wie er ausführte, "war im Vorfeld nicht erkennbar, welche massive Mehrbelastung bei der Eingabe der Mittelanmeldungen für den Ertragshaushalt und vor allem für die Eingaben der Investitionen entstehen würde. Dazu kommen noch erhebliche Probleme mit dem drucktechnischen Erzeugen der Haushaltspläne". Dittmann erläuterte zudem, dass die Komplexität der neuen, doppelten Buchführung (Doppik) zu sehr aufwändigen Verknüpfungen von Anwendungen der Software führe, wodurch sich gewohnte Arbeitsabläufe völlig verändern.

"Dieser Herausforderung stellen sich die Mitarbeiterinnen der Kämmerei mit aller Kraft. Sie benötigen dafür aber entsprechend mehr Zeit", bat der Bürgermeister um Verständnis für die Verzögerung. Zumal das Ziel darin bestehe, ein verlässliches und genehmigungsfähiges Zahlenwerk zu erstellen. Als neuen Termin für die Einbringung des Haushaltsentwurfs nannte er nun den 25. März. Vorab sind die 24 Ortschaftsräte anzuhören, die einzelnen Sitzungstermine werden derzeit abgestimmt. "Damit ist auch eine zügige Verfahrensabwicklung gesichert", konstatierte Dittmann.

Bis der neue Etat schließlich durch die Kommunalaufsicht abgesegnet ist, gilt die mit gewissen Einschränkungen verbundene vorläufige Haushaltsführung. Wesentliche Investitionen sind von diesem Umstand allerdings nicht betroffen. Gerade in Anbetracht der Ungewissheit, wann in Folge der Umstellung von der Kameralistik auf die doppelte Buchführung ein bestätigter doppischer Haushalt vorliegt, wurde rechtzeitig vorgesorgt. Um beispielsweise die weitere Sanierung der Lindauer Burganlage finanziell abzusichern, erteilte der Stadtrat bereits im vergangenen September eine so genannte Verpflichtungsermächtigung.