Die Polizeidirektion Ost stellte ihre Zahlen zum Verkehrsunfallgeschehen vor. Die Entwicklung ist leicht rückläufig, allerdings gibt es mehr leicht und schwer verletzte Personen. "Licht und Schatten", sagte Stefan Klein, Leiter des Stabsbereichs.

Zerbst/Dessau l Der Polizeihauptkommissar ist einigermaßen zufrieden. "Insgesamt kann aus polizeilicher Sicht eine positive Bilanz für das Jahr 2014 gezogen werden", erklärte der Leiter des Stabsbereiches Verkehr bei der Polizeidirektion Ost. Diese ist zuständig für die Reviere Anhalt-Bitterfeld, Dessau-Roßlau und Wittenberg.

Die Gesamtunfallzahlen seien im Vergleich zum Vorjahr weiter rückgängig. "Sie markieren den niedrigsten Wert seit Bestehen der Polizeidirektion", sagte der Leiter. Die Zahl sank um 367 Unfälle, was 2,88 Prozent entspricht. Es verunglückten vier Personen weniger tödlich, was einen Rückgang um 14,81 Prozent bedeutet und ebenfalls einen Tiefpunkt markiert. "Das sind Tendenzen, die uns positiv stimmen", sagte Klein. "Jeder Tote ist einer zuviel", fügte er an. Doch was der Polizei Sorgen mache, seien die signifikanten Anstiege der Verkehrsunfälle mit Personenschaden. Diese stiegen um 138 Fälle (10,32 Prozent). Auch die Zahl der Leichtverletzten stieg um einen zweistelligen Prozentsatz an. "185 zusätzliche Fälle haben wir verzeichnet, das sind 14,82 Prozent mehr", sagte Klein.

Dass auch die Zahl der schwerverletzten Unfallbeteiligten gestiegen ist, wenn auch nur leicht, schmälert die Laune des zuständigen Polizeihauptkommissars Klein zusätzlich. Andererseits: "Wir vermuten, dass die Auffälligkeit - steigende Verletztenzahlen bei weniger Unfällen - versicherungsbedingt sein könnte." Die Betroffenen geben einfach sehr viel schneller an, dass sie körperlich beeinträchtigt sind. Hinzu komme, dass bei der Polizei jede Schramme eine leichte Verletzung bedeute und jeder Verbleib im Krankenhaus mit mehr als 24 Stunden Dauer werde als eine schwere Verletzung gewertet. "Sobald jemand in seinem körperlichen Wohlbefinden beeinflusst ist, nehmen wir das in die Statistik mit auf", erläuterte er.

Fast jeder fünfte Unfall ist ein Wildschaden. Hier könne die Polizei wenig gegensteuern. Der weitere Ausbau von Duftzäunen wäre eine Möglichkeit. Sie veranlassen das Wild kurz am Fahrbahnrand zu schnüffeln und somit stehen zu bleiben. "Der Fahrer hat so eine bessere Chance, das Tier zu sehen." Ebenso könnten freigeschnittene Fahrbahngräben zur besseren Sichtbarkeit beitragen.

Im Bericht des Polizeireviers Dessau, der am Montag veröffentlicht wurde, wurde die B 184 zwischen Zerbst und Dessau als Schwerpunkt für Wildunfälle an erster Stelle geführt. Auf einem Abschnitt von rund fünf Kilometern häuften sich die Zusammenstöße auf 39 Stück an.

Insgesamt gab es 12 368 Verkehrsunfälle im Bereich der Polizeidirektion. 1475 Unfälle führten zu Personenschäden, davon waren 1433 leicht und 445 schwer verletzt. 23 Menschen kamen bei Verkehrsunfällen 2014 ums Leben.

Für den Landkreis Anhalt-Bitterfeld wurden 4893 Verkehrsunfälle registriert, das sind 3,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Demgegenüber stieg die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden um zehn Prozent auf 608 an. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Zahlen der Schwerverletzten mit 250 (plus 11,6 Prozent) und der Leichtverletzten 549 (Anstieg um 23,6 Prozent) wider. Nur die Zahl der Verkehrstoten reduzierte sich von zehn im Jahr 2013 auf vier in 2014.2015, so teilte die Polizei weiter mit, sind bereits drei Verkehrstote zu verzeichnen.