Zerbst l "Vom Waschraum ins Ungewisse" entführten talentierte Nachwuchsschauspieler aus Nürtingen vorgestern die Dritt- und Viertklässler der Zerbster Grundschulen. Lachend verfolgten die Kinder, wie ein Mädchen-Trio einem Prinzen des 17. Jahrhunderts mittels fescher Kleidung und modernem Handy zu seiner Liebsten verhalf. Kurz darauf blickte es im Wilden Westen bei einem Banküberfall in die Colts bewaffneter Cowboys. Zu der aufregend-amüsanten Zeitreise gehörte ebenfalls ein Abstecher in die Zukunft.

"Das Stück haben die Jugendlichen selbst entwickelt", erzählte Birgit Hein. Sie leitet die Theaterklasse - eine von dreien - an der Musik- und Jugendkunstschule der baden-württembergischen Partnerstadt von Zerbst. Zwischen 12 und 15 Jahren sind die 14 Mitspieler alt, wobei es sich um 13 Mädchen und einen Jungen handelt. "Einmal wöchentlich treffen wir uns für eineinhalb Stunden", schilderte die Theaterpädagogin, wie die einzelnen Szenen nach und nach entstanden. Verschiedene Geschichten fügten sich auf diese Weise zu einem unterhaltsamen, knapp einstündigen Bühnenwerk zusammen. Sogar eine Choreografie dachten sich die Jugendlichen für den integrierten Tanzbattle aus. Im vergangenen September fand schließlich die Premiere statt.

Nun, anlässlich der 50. Auflage der Zerbster Kulturfesttage, schlüpften die begabten Nachwuchsmimen noch einmal in ihre Rollen und verlegten ihre vergnügliche Aufführung in die Stadthalle. "Das ist ein ganz toller Saal", fand Birgit Hein. Zugleich gestand sie, dass die Größe eine stimmliche Herausforderung für ihre Schützlinge sei. Doch auch in der letzten, der voll besetzten Stuhlreihen bis zur Saalmitte kam der Text verständlich an und die Grundschüler lauschten begeistert. Aufmerksam beobachteten sie, wie die Protagonisten auf spannenden Umwegen schließlich wieder in die Gegenwart zurück gelangten.

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