Ob Erstausstattung oder Kindergeldantrag - bei der Schwangerenberatung des Diakonischen Werkes in Zerbst erhalten werdende Mütter Tipps und Hilfe. Die beiden Mitarbeiterinnen sind aber auch präventiv an Schulen unterwegs.

Zerbst l 200 Frauen haben im vorigen Jahr das Angebot der Schwangerenberatung des Diakonischen Werkes angenommen. "Das ist für Zerbst und Umgebung ein durchschnittliche Zahl", erklärt Silke Schmidt mit Blick auf die Statistik. Zusammen mit ihrer Kollegin Annett Bergt hilft sie ihnen weiter in verschiedensten Angelegenheiten. Das Spektrum reicht von Auskünften zu Elternzeit über das gemeinsame Ausfüllen von Kindergeldanträgen bis hin zur Vorbereitung auf den Alltag mit einem Neugeborenen.

Jeder Fall wird individuell betrachtet - nicht zuletzt hinsichtlich einer möglichen finanziellen Unterstützung. "Wir schauen beispielsweise, ob Anspruch auf Hartz IV besteht", erläutert Silke Schmidt, wobei sie die gute Zusammenarbeit mit dem kommunalen Jobcenter erwähnt.

Über die Bundesstiftung "Mutter Kind" besteht zudem die Möglichkeit, Gelder für die Erstausstattung zu erhalten. "2014 hatten wir 69 Anträge. In der Regel kommen diese durch", sagt Annett Bergt. "Viele verkennen, dass ihnen etwas zusteht", bemerkt sie. Denn mitunter fällt die Einkommensgrenze gering aus, obwohl beide Elternteile arbeiten. In besonderen Notfällen kann auch auf einen Härtefonds zurückgegriffen werden.

In die Zuständigkeit der zwei Diakonie-Mitarbeiterinnen fällt ebenfalls die Konfliktberatung. "Vergangenes Jahr haben 45 Frauen ein Abbruchsgespräch gewünscht", erzählt Silke Schmidt. "Die Zahl ist relativ hoch", nennt sie zum Vergleich die 222 Babys, die im gleichen Zeitraum im Zerbster Krankenhaus das Licht der Welt erblickten. Vor allem die wirtschaftliche Situation und soziale Unsicherheit spielte eine wesentliche Rolle bei der Überlegung, die Schwangerschaft abzubrechen. "Für die Frauen ist das eine schwere Entscheidung. Sie tun es sich damit nicht leicht", weiß sie. Unter den Schwangeren befanden sich "recht viele junge Frauen", ergänzt Silke Schmidt.

Die sexuelle Bildung gehört ebenfalls zu den Aufgabenfeldern der Beraterinnen. "Das Angebot wird von den Grundschulen schon gut angenommen. Von Zerbst über Lindau bis Loburg sind wir unterwegs", freut sich Annett Bergt. Je nach Klassenstufe werden altersspezifisch verschiedene Themen behandelt. Da geht es unter anderem um die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen, den eigenen Körper und die Selbstbestimmung. "Gern würden wir auch höhere Klassen erreichen", sagt sie. "Wir haben aber auch zum Francisceum und zur Sekundarschule Loburg bereits einen guten Kontakt."

Zu guter Letzt weist Silke Schmidt auf die "integrierte psychosoziale Beratung" hin. Dahinter steht die Zusammenarbeit in einem multiprofessionellem Team der Schwangerenberatung mit der Erziehungs-, Schuldner- und Suchtberatungsstelle, um zeitnah Lösungen für die Betroffenen zu finden.