Die Malteser wollen in Zerbst einen ambulanten Hospizdienst aufbauen. Seit Januar haben sie die Geschäftsräume an der katholischen Kirche bezogen. Die Informationsveranstaltung war am Dienstag sehr gut besucht.

Zerbst l 25 Gäste konnte Gundula Heyn, die Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes, am Dienstagabend im Versammlungsraum ihrer neuen Büroräume an der katholischen Kirche in Zerbst begrüßen. "Ja, damit bin ich sehr zufrieden", sagte sie im Volksstimme-Gespräch auf Nachfrage. "In Magdeburg kommen zu solchen Infoabenden vielleicht acht oder neun Leute", sagte sie. Generell sei der Zuspruch in Zerbst sehr groß, überall, wo sie sich vorgestellt habe, habe sie sich und das Projekt willkommen gefühlt. Ihr Ziel ist es, eine mobile Hospizgruppe aufzubauen. "Wir wollen Sterbende zu Hause besuchen und ihnen würdige letzte Tage oder Wochen ermöglichen", erklärte sie. Das sollen ehrenamtliche Helfer übernehmen. Den genauen Ablauf stellte sie den Anwesenden am Dienstagabend vor.

Nach einigen kurzen Erläuterungen über die Malteser und deren Selbstverständnis zur Hospizarbeit erzählte sie auch, dass die Helfer eine Ausbildung absolvieren (siehe Kasten). Während dieser kostenfreien Schulung haben die Freiwilligen jederzeit die Möglichkeit, ihre Entscheidung zu überdenken. "Bei den praktischen Teilen begleiten sie beispielsweise einen Ehrenamtlichen", erklärte sie. Da könne jeder für sich selbst erfahren, wie er in der Situation reagiere, erläuterte sie.

Ab einer Gruppe von acht Freiwilligen starte der Kurs. Sie plant, dass etwa im September genügend Freiwillige gefunden sind. Wenn alles nach Plan verlaufe, sei die erste Gruppe Mitte 2016 einsatzbereit. "Rechtzeitig vor der Öffnung des stationären Hospizes, die für September geplant ist." Dass parallel zum Aufbau des mobilen Dienstes ein stationäres Hospiz in Zerbst entstehen soll (Volksstimme berichtete), sei Zufall. Mit der Anhaltischen Hospiz-Gesellschaft, dem Betreiber der Einrichtung, haben die Malteser einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. "Die Gesellschaft hätte sonst selbst einen Hospizdienst mit nach Zerbst gebracht. Als sie erfuhr, dass die Malteser gerade einen aufbauen, kam sie auf uns zu und bot uns eine Kooperation an." Mit der Palliativ-Medizinerin Jutta Jakobs vom Zerbster Klinikum habe Heyn ebenfalls Kontakt aufgenommen.

Dass der Zeitplan realistisch ist, davon geht die 52-Jährige Koordinatorin aus. Schließlich habe sie am Dienstag schon vier Anmeldungen für den Kurs bekommen.

 

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