Der 21. Lions-Musikpreis fand am Sonnabend in der Musikschule in Zerbst statt. Zum fünften Mal wurde er dort ausgerichtet. In jedem Jahr geht es um ein anderes Instrument. Der Klarinettist Konstantin Werner überzeugte die Jury.

Zerbst l "Seit ich ein kleines Kind bin, bin ich von Musik begeistert", sagte der strahlende Sieger des 21. Lions-Musikpreises in Zerbst. Er konnte mit seinem Klarinettenspiel die Fachjury am Sonnabend in der Zerbster Musikschule überzeugen. "Das ist mein erster richtiger Preis", fügte der 20-Jährige an. Ihm bedeute das sehr viel. "Ich habe schon mehrfach bei `Jugend musiziert` teilgenommen und war auch für die Bundesebene qualifiziert, aber das hier ist mehr wert." Zudem kann er sich noch über ein Preisgeld von 1000 Euro freuen.

Der aus Köln stammende Werner studiert Klarinette in Weimar, ist dort im ersten Semester und hatte sich mit drei anderen für den Lions-Preis beworben. Ausgerichtet wird er vom Distrikt 111-OM. Dieser setzt sich aus Sachsen-Anhalt und Thüringen zusammen. So erklärt sich auch, dass alle vier Teilnehmer in Weimar studieren oder die Schule besuchen. Julius Ockert und Tamara Steinmetz belegten die Ränge zwei und drei, die mit 750 beziehungsweise 500 Euro dotiert sind. "Weil es nur vier Teilnehmer sind, haben wir uns entschieden, einen Sonderpreis für den vierten Platz zu vergeben", sagte Distrikt-Governor Bernd Hartstock aus Salzwedel. 250 Euro konnte er an Eva Mauersberger überreichen. Schließlich reisen die Teilnehmer auf eigene Kosten an. Auch weil das Niveau so hoch sei, sei ein Sonderpreis gerechtfertigt. Unterschiede konnte der Governor heraushören, sagte er bei der Preisvergabe. Das hatte er so nicht erwartet, zumal er beruflich "überhaupt nichts mit Musik zu tun" habe. Er sei Landwirt. Bewerten könne er diese Unterschiede aber nicht. "Ich bin froh, dass ich das nicht entscheiden musste."

Entschieden haben das die beiden Jurymitglieder Edgar Heßke und Holger Hepp. Beide sind Hochkaräter in ihrem Fach. Heßke spielt im Leipziger Gewandhaus die Solo-Es-Klarinette, Hepp ist stellvertretender Soloklarinettist der Anhaltischen Philharmonie.

Begleitet wurden die jungen Musikanten von der Dozentin Elisabeth Winde auf dem Klavier. Eine Seltenheit, schließlich bringen die Solisten sonst eine eigene Begleitung mit. "Ich kenne die Schüler erst kurz, die eigentlichen Lehrer waren in den Semesterferien nicht da", erzählte sie. Zweimal habe sie mit den Teilnehmer geübt. Und auch sie sagt: "Natürlich gibt es Unterschiede im Spiel. Sie atmen alle anders." Es sei eine kleine Herausforderung gewesen, das Pflichtstück, dass alle spielen müssen -Sieben Variationen Opus 33 ohne Solovariationen für Klavier II und IV von Carl Maria von Weber - viermal unterschiedlich zu spielen. "Ich habe mir in den Noten die Atmer der Studierenden eingetragen, sowie Anmerkungen zum Tempo und weiteres", verrät sie. Sie habe auch einen Favoriten, wollte aber vor der Bekanntgabe keine Aussage dazu machen.

Für den 20-jährigen Gewinner geht der Wettbewerb nun weiter. Vom 14. bis zum 16. Mai kann er sich auf Bundesebene mit allen anderen 17 Siegern vergleichen. Siegt er dort, steht Augsburg auf dem Plan. Dort findet im Oktober der Europavergleich an. "Von dort aus ginge es nach Honolulu aus Hawaii", sagte der Governor. "Das wäre doch mal was."

An den Sieger richtete er noch: "Auf ihr Preisgeld müssen Sie noch etwas warten. Das bekommen sie beim nächsten Distrikt-Treffen in Salzwedel." Dort soll er dann auch sein Siegerstück präsentieren. "Es ist gut, unseren Mitgliedern zu zeigen, welches Niveau der Wettbewerb hat." Schließlich werde der Wettbewerb und auch die Preisgelder von den Mitgliedern bezahlt und die wollen gern sehen, was damit geschehe.

Ob der nächste Wettbewerb wieder in Zerbst stattfinde, stehe noch nicht fest. Die Chancen stehen aber gut. Lionsmitglied Rainer Gräßler, der ehemalige Leiter der Musikschule, ist Musikbeauftragter des Distrikts. Er denke, dass er im September mit der neuen Ausschreibung beginne. Dann werden junge Violinisten gesucht.