Der gestern erfolgreich in Magdeburg gestartete Spendenmarathon " Von Luther zum Papst " hat in Zerbst einen würdigen Empfang erfahren. Auf ihrem 91 Kilometer langen Weg nach Wittenberg traf der Treck schneller als erwartet in der Nicolaikirche ein. Dort hatten Stadt, Vereine und Kirchengemeinden ein buntes Programm vorbereitet. Nach knapp 2000 Kilometer wollen die Läufer am 19. April den Vatikan erreichen. Aufmerksamkeit und Spenden sollen dem vom Bürgerkrieg gebeutelten Kenia zugute kommen.

Zerbst. " Da sind sie schon !" Der Warnruf für wartenden Zerbster in der Nicolaikirche kam früher als erwartet. " Ezekiel hat ein solches Tempo vorgegeben ", sagte Lars-Jörn Zimmer, Organisator vom Verein " Von Luther zum Papst ". Kurz nach halbzwölf in Magdeburg gestartet, lief der Treck schon kurz nach 14 Uhr in das Kirchenschiff ein.

Erst auf B 1 und B 184, dann über Dornburg, Lübs, Prödel, Gehrden und Güterglück waren Läuferpaare nach Zerbst gekommen. Hier schlossen sich die Laufgruppen von Grün-Weiß, von Rot-Weiß und der Ganztagsschule Ciervisti an.

" Wir sammeln für Kenia, das immer noch unter dem Bürgerkrieg von 2008 leidet ", betonte Zimmer. Der persönliche Kontakt zu Marathonläufern aus diesem Land, die seit Jahren an Wettkämpfen in Mitteldeutschland teilnehmen, gibt der Aktion ein persönliches Gesicht. Zum Team gehören auch Isaak Kiplagat Sang und Paul Muigai Thuo, die verfeindeten afrikanischen Völkergruppen in Kenia angehören und denen es gelang, auch im Bürgerkrieg ihre Freundschaft zu erhalten. " Das zeigt, was Sport bewegen kann ", so Zimmer.

Bürgermeister Helmut Behrendt begrüßte die Spendenaktion. 500 Jahre nach dem Wirken Luthers in der ersten reformierten Stadt Anhalts wünschte er der Aktion und ihrem Anliegen, über alle konfessionellen Anschauungen hinweg, einen erfolgreichen Verlauf und möglichst viele Spenden zu Gunsten Notleidender in Kenia.

" Ich bin froh, dass Sie hier Station machen, auf dem langen Weg nach Rom und ins Jahr 2017, dem Refomationsjubiläum ", erinnerte der anhaltische Kirchenpräsident Joachim Liebig an das erste Bekenntnis einer großen Stadt nach Wittenberg zum Reformator Luther und dessen Lehren. " In Zerbst hat damals Weltgeschichte stattgefunden. Es geht nicht um Ausgrenzung unserer katholischen Schwestern und Brüder. " Er würdigte die Laufaktion und deren Organisationen. " Wir sollten an jene denken, denen es nicht so gut geht, und etwas tun. "

Ein rühriges Team um die städtische Tourismusverantwortliche Viola Tiepelmann hatte ein buntes Programm organisiert. Zahlreiche Vereine präsentierten sich. Allein durch Spenden am Eingang kamen gestern 352, 40 Euro zusammen.

Weit vor 17 Uhr traf der Treck gestern am Etappenort Wittenberg ein. Am 19. April soll der Vatikan erreicht sein. Das Team muss dafür bis zu 170 Kilometer täglich laufen. Aufgeteilt ist ein Tagespensum auf jeweils zehn Paare. Von Wittenberg nach Rom ging vor genau 500 Jahren auch Martin Luther.

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